Falschparker – Report 22

Zu den letzten Beiträgen dieser Serie gabs einige Leserbriefe. Der einen gefiel diese Formulierung besonders gut. Dem anderen war jene zu aggressiv. Wir bitten um Verständnis, dass wir uns angesichts der Sachlage nicht mit sprachlichen Feinheiten aufhalten können. Denn das Problem hat sich im Kern nicht verändert: mitten in der Stadt wird fortgesetzt das Recht gebrochen und damit Menschen gefährdet.

Und das zuständige “Amt für Recht und Ordnung” tut nichts, was die Lage nachhaltig ändern würde. Alltäglich an den selben Stellen das gleiche Bild. Wie auf dem Radweg in der oberen Mannheimer Strasse vor einem Barber-Shop. Dort sind neben muskelbepackten Herren im Hauseingang häufig auf dem Radweg geparkte Autos zu sehen. Wie gestern um kurz nach 15 Uhr. Und keine Kontrollkräfte für den ruhenden Verkehr.

Auch die Sonderparkzone auf dem westlichen Gehweg der Wilhelmstrasse ist Tag für Tag gut frequentiert. Ein ganz schlauer Autofahrer öffnet seit einiger Zeit nach dem Parken die Heckklappe. Wir haben gestern Nachmittag fünf Minuten auf den Ein- oder Ausladevorgang gewartet. Den gabs nicht. Und kein Knöllchen. Statt dessen die Behinderung von Fußgänger*Innen.

Ohne jeden Schutz durch das städtische Ordnungsamt muß auch dieser Busparkplatz in der Kirschsteinanlage auskommen. Vorgestern Nachmittag konnte hier noch ein Scherer-Bus stehen, weil er schneller war, als die platzbesetzenden Pkw und Transporter. Im Rat der Stadt stört es nach wie vor keinen, dass einerseits die Unternehmen und Gewerbetreibenden Tourismusbeitrag zahlen müssen, um mit den dadurch finanzierten Maßnahmen Gäste nach Bad Kreuznach zu locken. Und wenn diese dann mit dem Bus kommen, nicht einmal die (ohnehin zu wenigen) Busparkplätze freigehalten werden.

Solche Bilder von Radfahrern, die nicht einmal in Engstellen absteigen und sogar noch klingeln, wenn Fußgänger*Innen einen Gehweg benutzen, sind leider auch ständig zu sehen. Besonders ärgerlich: mit dem Fehlverhalten der Radfahrer*Innen rechtfertigen die Autofahrer*Innen das eigene. Am meisten leiden darunter die schwächsten Verkehrsteilnehmer*Innen: Kinder, Alte und Fußgänger*Innen. Und die Stadtkasse, die auch gestern wieder einen schönen vierstelligen Bußgeldbetrag nicht eingenommen hat.