Mini nimmt Mercedes-Raser die Vorfahrt in der Wöllsteiner Strasse

Die Unfallstelle ist als Gefahrenpunkt schon Jahrzehnte bekannt: die Ausfahrt vom östlichen Teil des Dr.-Jacob-Geländes auf die Wöllsteiner Strasse. Wegen dem nach Süden abfallenden Gelände, der Sichtbehinderung durch den Geh- und Radweg und die im Bahnviadukt eingedunkelten Lichtverhältnisse haben es die Fahrzeugführer der auf die Wöllsteiner Strasse auffahrenden Kraftfahrzeuge nicht leicht. Eigentlich bedürfte es an dieser Stelle für die auf der Wöllsteiner in Richtung Planiger Strasse fahrenden Verkehrsteilnehmer*Innen keiner amtlichen Beschränkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit.

Unabhängige Zeugen haben der Polizei erklärt, dass der Mercedes sehr schnell fuhr. Dafür sprechen auch die erheblichen Verformungen, die durch eine massive Energieaufnahme bewirkt wurden.

Denn die Örtlichkeit vermittelt verantwortungsbewussten Autofahrer*Innen auf den ersten Blick die Notwendigkeit zu vorsichtiger Fahrweise. Der Pilot am Steuer eines schwarzen Mercedes setzte sich am gestrigen Freitagmorgen (2.10.2026) gegen 10 Uhr rücksichtslos sowohl über diese Offensichtlichkeiten als auch die ausgeschilderte Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h hinweg. Und bretterte ohne Rücksicht auf Verluste durch die Bahnunterführung. Ob der Fahrzeugführer des Mini, der ihm vordergründig die Vorfahrt nahm, den Unfall hätte vermeiden können, bleibt weiteren Untersuchungen vorbehalten.

In jedem Fall steht für Ortskundige fest, dass es zu einem Unfall nicht gekommen wäre, wenn der vorfahrtsberechtigte Mercedes maximal 30 km/h schnell unterwegs gewesen wäre. Als die durch Verkehrsteilnehmer informierte Feuerwehr am Unfallort eintraf, hatten beide Fahrer die Fahrzeuge bereits verlassen und wurden vom Rettungsdienst versorgt. An beiden Autos traten Betriebsmittel aus. Beide Fahrzeuge wurden von den angerückten Wehrleuten gegen Wegrollen und die Einsatzstelle mit den Einsatzfahrzeugen in alle Richtungen gegen den fließenden Verkehr gesichert.

Um zu verhindern, dass die ausgelaufenen Betriebsstoffe in die Kanaleinläufe fließen, wurde vor den jeweiligen Einläufen Ölbindemittel aufgebracht. An einem Fahrzeug wurde die Batterie abgeklemmt. Beide Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden. Die Einsatzstelle wurde nach etwa einer Stunde von Feuerwehr-Einsatzleiter Bastian Wichter (Gruppenführer Löschbezirk Süd) an den Bauhof und die Polizei zur professionellen Reinigung der Fahrbahn übergeben. Die verkehrsrechtliche und versicherungstechnische Abwicklung dieses Unfalles dürfte für die Öffentlichkeit von erheblichem Interesse sein.

Quellen: Alexander Jodeleit, ehrenamtlicher Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Bad Kreuznach (auch beide Bilder); Polizeiinspektion Bad Kreuznach und eigene Recherchen

Das Bild vom Februar diesen Jahres zeigt die Einmündungssituation und lässt erahnen, dass vom links gelegenen Teil des Dr.-Jacob-Geländes auf die Wöllsteiner Strasse einfahrende Fahrzeugführer*Innen auf dieser durch das Bahnviadukt zu schnell fahrende Fahrzeuge gar nicht rechtzeitig sehen können.