Das Bad Kreuznacher Abwasserwerk bereitet sich auf Krisen vor

Seit Jahrzehnten zählt das Bad Kreuznacher Abwasserwerk (BKSE) zu den am besten geführten öffentlichen Einrichtungen in der Region. Und zu einer der wenigen überhaupt, die die Beiträge der Einwohner*Innen über lange Zeit stabil halten konnten. Zu den gesetzlichen Herausforderungen bezüglich der immer höheren Anforderungen an die Reinigungsqualität ist in den vergangenen Jahren eine weitere kostenträchtige dazu gekommen: das Krisen- und Notfallmanagement. Abwassereinrichtungen werden als systemrelevante Einrichtungen eingeschätzt.

Volker Röser (stehend) erläutert am Beispiel der Pumpstation Oberhausen die zusätzlichen Anforderungen, die sich aus den neuen Berechnungen zu extremen Hochwässern ergeben. Sitzend links Werkleiter Walter Kuhn, rechts Bürgermeister Thomas Blechschmidt.

Im Notfall müssen diese daher – wie Krankenhäuser – etwa ihre vollständige Funktionsfähigkeit für mindestens 72 Stunden ohne Strom aus dem öffentlichen Netz und andere im Normalbetrieb Versorgungs-Selbstverständlichkeiten sicherstellen. Was das bedeutet, hat Volker Röser, der stellvertretender Amtsleiter der BKSE (Bad Kreuznacher Stadtentwässerung) am gestrigen Mittwochabend (30.9.2026) dem Werkausschuss vorgestellt. So müssen etwa alle Pumpwerke des weitläufigen Kanalnetzes mit Notstromaggregaten ausgestattet werden.

Allein der Kauf dieser Technik kommt rund 2 Millionen Euro teuer. Dazu kommen die Kosten für deren hochwassersichere Aufstellung. Seit der Überschwemmung an der Ahr gelten in Rheinland-Pfalz deutlich höhere mechanische Schutzstandarts. Was die Baukosten erheblich in die Höhe treibt. Weil Diesel nicht jahrelang sicher gelagert werden kann, beschafft die BKSE heizölbetriebene Stromersatzanlagen. Je nach Standort müssen davon für den Notbetrieb zwischen 3.500 Liter (Oberhausen) und 8.000 Liter (Ippesheim) vorgehalten werden (weiterer Bericht folgt).