Die Verärgerung der Tierschutzorganisationen ist nachvollziehbar. Seit Jahren machen sie auf konkrete Probleme und Aufgabenstellungen aufmerksam. Und werden insbesondere von der Stadtverwaltung immer wieder vertröstet. Der seit rund einem Jahr anhängige Streit um eine Katzenschutzverordnung hat jetzt eine erste Konsequenz. In der Einwohnerfragestunde der Stadtratssitzung am vorgestrigen Donnerstag (24.9.2026) kündigte Christopher Kehrein, der Vorsitzende des Tierschutzvereins Bad Kreuznach e.V., dem Oberbürgermeister die Kündigung der Fundtiervereinbarung mit der Stadt Bad Kreuznach an.

In einer schriftlichen Erklärung wird der Frust der engagierten Tierschützer*Innen deutlich: „wir haben die Situation gegenüber der Stadt wiederholt angesprochen, Gespräche geführt, Zahlen vorgelegt und unsere Bereitschaft zur Zusammenarbeit deutlich gemacht. Gleichzeitig müssen wir feststellen, dass wir die personellen und finanziellen Folgen der derzeitigen Entwicklung nicht dauerhaft auffangen können. Für uns ist deshalb eine Belastungsgrenze erreicht. Der Tierschutzverein Bad Kreuznach e.V. hat sich daher entschieden, die bestehende Vereinbarung über die Fundtierpauschale mit der Stadt Bad Kreuznach fristgerecht zu kündigen.
Diese Entscheidung richtet sich ausdrücklich nicht gegen die Bürgerinnen und Bürger der Stadt und bedeutet auch keinen Rückzug aus dem Tierschutz. Wir wollen vielmehr zeitnah mit der Stadt darüber sprechen, wie die zukünftige Versorgung der Fundtiere organisiert und finanziert werden kann und welche konkreten Schritte zur Umsetzung der Katzenschutzverordnung erforderlich sind. Die Kündigung ist keine spontane Reaktion, sondern die Konsequenz aus einer Entwicklung, auf die wir seit Monaten aufmerksam machen“.
