One man standing: Armin Göckel hat 2 Stunden und 11 Minuten durchgehalten

Vergnügungssteuerpflichtig sind Haushaltsberatungen für das Stadtbauamt nicht. Aber hochinteressant. Und kommunalpolitisch von aller größter Bedeutung. Denn dort wird – wenn die ehrenamtlichen Kommunalpolitiker*Innen dies mehrheitlich wünschen – im Detail festgelegt, welche Projekte in der Stadt wann und wie umgesetzt werden. Am gestrigen Dienstagabend (22.9.2026) hat der entsprechende Tagesordnungspunkt zwei Stunden und elf Minuten gedauert. Ein Mann hat es den drei Pressevertreter*Innen und der Mehrheit der Gremienmitglieder gleich gemacht.

Am Ende saß Armin Göckel ganz allein auf den Zuhörerplätzen im Stadtratssitzungssaal und folgte den Beratungen.

Und von der ersten bis zur letzten Sekunde zugehört: Armin Göckel. Zwischendrin hat der wasseraffine Optiker sogar dem sitzungsleitenden Oberbürgermeister mit einem Zwischenruf inhaltlich geholfen, um die Frage eines Ausschussmitgliedes richtig zu beantworten. Michael Cremer (SPD) wollte vom OB wissen, ob die Wasserentnahme aus den Flüssen und Bächen der Stadt zum Betrieb von Wasser-Wärmepumpen zulässig ist. Emanuel Letz wies zunächst darauf hin, dass die Aufsichtsbehörde sogar die Wasserentnahme für die Wässerung von Sportstätten verbietet.

Und war damit inhaltlich auf Abwegen. Denn das für Wasser-Wärmepumpen entnommene Wasser wird ja in einem geschlossenen Kreislauf, also ohne jede Verunreinigung, in das Gewässer zurückgeführt. Mit einer laut Richtwert bis zu 1,5 Grad niedrigeren Rückflusstemperatur. Was von Fachleuten überwiegend positiv beurteilt wird, da das den Folgen der Klimaerwärmung – vor allem in den warmen Frühjahr-, Sommer- und Herbstmonaten – entgegenwirkt. Armin Göckel wies Emanuel Letz darauf per Zwischenruf hin. Worauf der OB Michael Cremer eine Überprüfung zusagte.

Neben Armin Göckel zeigten nur drei weitere Bürger*Innen (von rund 45.000 Wahlberechtigten) Interesse an der bunten Themenvielfalt und den Redebeiträgen von Verwaltung und Ausschussmitgliedern in der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Bauwesen, Umwelt und Verkehr (PLUV). Darunter ein Ehepaar aus Bosenheim, dass den Aufruf der tourismusbeitrag-so-nicht.de-Redaktion zur Teilnahme praktisch umgesetzt hat. Und nun über Detailkenntnisse zur Stadtpolitik eines exklusiven Personenkreises, der keine 40 Menschen umfasst, verfügt.