Michelin feiert 60jähriges Produktionsjubiläum mit über 130 Gästen

Seit 60 Jahren rollen in Bad Kreuznach hochwertige Michelin Reifen vom Band. Der Reifenhersteller feierte dieses Jubiläum heute mit einem Festakt in seinem Werk an der Nahe. Werkdirektor Guilhem Vogel begrüßte über 130 interne und externe Gäste. Darunter waren der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Michael Ebling, der französische Generalkonsul Nicolas Bergeret, Landrätin Bettina Dickes und Oberbürgermeister Emanuel Letz.

Blick in die Vorproduktherstellung aus dem Jahr 1979.

Aus den Michelin Konzernzentralen nahmen Welt-Industriedirektor Thirapol Muengnao, die Leiterin der Industrie in Nord-Europa Silvia Mata Nestares, Business-Direktor für Pkw-Reifen Daniele Rossi und Managing Direktor für die Region Deutschland, Schweiz, Österreich Markus Bast teil. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner war verhindert und gratulierte dem Standort und seinen Mitarbeitenden mit einer Videobotschaft. „Unser Werk in Bad Kreuznach hat eine Tradition und eine Kultur, die uns zu etwas Besonderem machen“, sagte Guilhem Vogel.

Er bedankte sich ausdrücklich bei allen heutigen und früheren Beschäftigten für ihren Beitrag zur Entwicklung des Standorts. „Heute transformieren wir unser Werk mit der Unterstützung unserer Zentrale. Aber Transformation gelingt nur mit den Menschen. 60 Jahre sind ein guter Moment, zurückzublicken. Aber vor allem sind sie ein guter Moment, nach vorn zu schauen. Mit Mut, Innovationsgeist und Verantwortung.“ Auch Personalleiterin Dr. Heike Notzon und Betriebsratsvorsitzender Thorsten Bayer hoben die Bedeutung der Mitarbeitenden hervor.

Sie gäben nicht nur ihre Erfahrung weiter, sondern auch das Gefühl, dass alle zusammengehören und gemeinsam die Zukunft des Werks gestalten, so Notzon. Bayer betonte, Michelin sei zu einem wichtigen Arbeitgeber, zu einem Teil von Bad Kreuznach und zu einem Stück Heimat für Tausende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sogar für ganze Familien geworden. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner unterstrich die enge Verbundenheit des Michelin Reifenwerks mit der Region: „Bei allen Veränderungen in der Reifentechnologie ist eines über sechs Jahrzehnte geblieben:

Michelin und Bad Kreuznach gehören einfach zusammen. Auch für mich ganz persönlich: Wenn ich von der Autobahn komme, nach Bad Kreuznach hineinfahre und das Michelin Männchen sehe, dann weiß ich, jetzt bin ich daheim.“ Minister Ebling richtete herzliche Grüße des Ministerpräsidenten Gordon Schnieder aus. In seinem Grußwort betonte der Wirtschaftsminister: „60 Jahre Michelin in Bad Kreuznach sind ein beeindruckendes Stück rheinland-pfälzischer Industriegeschichte und zugleich ein starkes Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft.

Ich wünsche dem Michelin Mann, dass er nach sechs Jahrzehnten auch in Zukunft ein erfolgreicher Bürger in diesem Land bleibt.“ Landrätin Dickes unterstrich die Bedeutung von Michelin für den Landkreis und die Region. Bei ihren Besuchen erlebe sie immer wieder: Von außen scheine das Werk gleich zu bleiben. Im Inneren dagegen erlebe sie die Leidenschaft für Veränderung und die Schaffenskraft der Mitarbeitenden. Für Oberbürgermeister Letz seien Stadt und Region ohne Michelin nicht mehr denkbar.

Die Verbundenheit mit dem Unternehmen und die gelebte Gemeinschaft machten aus dem Standort eines Global Players fast schon einen Familienbetrieb. Die Zuversicht in die Stärke des Werkes spiegele sich auch in der Zuversicht der Menschen wider, die hier arbeiten. Generalkonsul Bergeret erinnerte an die deutsch-französische Ministerkonferenz im Sommer dieses Jahres. Für beide Länder gehe es darum, die Industrie in Europa zu stärken. Michelin insgesamt und der Standort Bad Kreuznach seien mit ihrem Pioniergeist dafür ein Vorbild.

Industriedirektor Muengnao erzählte, wie „Made in Germany“ schon in seiner Jugend ein Traum gewesen sei, denn deutsche Automobile seien damals sehr beliebt gewesen. Das Label entstand vor rund 130 Jahren und damit etwa zeitgleich mit Michelin. Dieser Traum bestehe bis heute fort. Die Michelin Gruppe unterstreiche die Bedeutung von „Made in Germany“ mit hohen Investitionen, die in den kommenden Jahren in den Standort fließen. Er sei zuversichtlich, dass Bad Kreuznach diese Investitionen in eine Erfolgsgeschichte verwandeln werde.

Ähnlich äußerten sich die weiteren Teilnehmenden aus den Michelin Zentralen auf dem Podium. Bad Kreuznach spiele eine Schlüsselrolle im europäischen „One Manufacturing Team“. Innovationen, operative Exzellenz und die Nähe zu den Kunden zeichneten Michelin und den rheinland-pfälzischen Standort aus. Damit sei das Werk gut aufgestellt, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen.

Michelin an der Nahe: eine Erfolgsstory

Am 24. August 1966 fand der offizielle Produktionsstart an der Nahe statt. Es war der Beginn einer Erfolgsstory. Das Werk wurde seither kontinuierlich modernisiert und erweitert und ist heute das größte Reifenwerk von Michelin in Deutschland. Der größte industrielle Arbeitgeber in Bad Kreuznach produziert mit über 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Hightech-Reifen, Mischungen der neuesten Generation sowie Textil- und Stahlcord.

Das Portfolio umfasst mehr als 30 Premiumprodukte in zahlreichen Dimensionen von 15 bis 20 Zoll. Dazu gehören der Hochleistungsreifen MICHELIN Pilot Sport S5, die Ganzjahresreifen MICHELIN CrossClimate 3 und CrossClimate 3 Sport, der Spritsparreifen MICHELIN e.Primacy 2 sowie die Winterspezialisten MICHELIN Alpin 7 und Pilot Alpin 5.

Hinzu kommen Antipannenreifen mit MICHELIN Selfseal® und besonders leise Reifen mit MICHELIN Acoustic Technology. Rund 75 Prozent der Erstausrüstungsreifen liefert Michelin an Kunden im Umkreis von 1.000 Kilometern aus. Hochmoderne Anlagen, eine starke Teamstruktur, ausgeprägte Flexibilität und ein hoher Qualitätsstandard sind heute die Markenzeichen des größten deutschen Fertigungsstandorts von Michelin.

5. April 1965: Spatenstich für das Werk Bad Kreuznach

Der Weg bis zum Produktionsstart erforderte viele Verhandlungen und Vorbereitungen und war seinerzeit nicht unumstritten. So meinte etwa 1964 der Bad Kreuznacher Lokalpolitiker Heinz Kiefer (FDP) zu Michelin: „Die Neuansiedlung weiterer industrieller Betriebe soll nur erfolgen, wenn sich ergibt, dass durch Michelin der Arbeitsmarkt unseres Gebietes nicht ausgelastet wird.

Durch das Schaffen neuer Arbeitsplätze dürfen die ansässigen Betriebe nicht geschädigt werden.“ Diese Sichtweise hat sich inzwischen gründlich geändert. Heute ist Michelin der größte industrielle Arbeitgeber der Stadt. Und „die Michelin“ an der Nahe ist seit sechs Jahrzehnten ein fester Teil von Bad Kreuznach und der Region.

Quelle und Bild: Ulrike Dalheimer, Pressereferentin Michelin Bad Kreuznach / Trier