LBM: Einigung mit der Bahn über Höhe des Ochsenbrücken-Neubaues absehbar

Zumindest der östliche Teil der Ochsenbücke hat seine geplante Einsatzzeit lange überschritten. Das Bauwerk soll schon seit einigen Jahrzehnten durch einen Neubau ersetzt werden. Zuständig dafür ist der Landesbetrieb Mobilität (LBM), weil die Landesstrasse 412 von der Alzeyer Strasse kommend bis zur B 48 (Salinenstrasse) über die Ochsenbrücke verläuft. Der LBM möchte seiner Verantwortung bereits seit langer Zeit nachkommen. Und wird dabei von den beiden anderen beteiligten Akteuren ausgebremst: von der Deutsche Bahn AG und der Stadt Bad Kreuznach.

Die beiden, bautechnisch und altersmäßig sehr unterschiedlichen Teile der Ochsenbrücke sind auf diesem Bild gut zu erkennen. Vorn die als Behelfsbrücke beigestellte Krupp-MAN-D-Brücke, dahinter die Jahrzehnte ältere genietete Bogenbrücke.

Die Bahn behauptet nach wie vor eine Elektrifizierung der Nahestrecke vornehmen zu wollen. Weil die altbekannte Variante der E-Züge in der Höhe mehr Platz benötigt, als dieselbetriebene, würde das eine Erhöhung der Ochsenbrücke um bis zu 1,20 Meter bedeuten. Was einen Neubau faktisch verhindert. Denn in diesem Fall müssten extra lange Rampen für die Verkehrsteilnehmer*Innen gebaut werden. Wofür der Platz fehlt. Die Blockadehaltung der Stadt besteht in Form von unterlassenen Beschlüssen zur Ausweitung des Fleischhauer-Kreisels und zum Verlauf der Ost-West-Entlastungsstrasse.

Die Entscheidungsverweigerung der Stadt hat der LBM durch eigene Planungen kompensiert, die bereits vor zwei Jahren im Ausschusses für Stadtplanung, Bauwesen, Umwelt und Verkehr (PLUV) vorgestellt wurden. Den LBM-Verantwortlichen ist klar, dass aufgrund der überragenden Bedeutung der Ochsenbrücke für den innerstädtischen Verkehr der Stadtrat die notwendigen Entscheidungen unter dem erheblichen öffentlichen Druck nicht länger verweigern kann. Und treffen wird. Wenn endlich das Thema Brückenhöhe geklärt ist und diese Ausrede wegfällt.

Und genau das hat der LBM offensichtlich erreicht. Nach mittlerweile über einjährigen Verhandlungen zwischen LBM und Bahn scheint es in dieser Frage nun endlich eine Lösung zu geben. Auf Anfrage der tourismusbeitrag-so-nicht.de-Redaktion hat der LBM mitgeteilt, dass er bereits eine Oberleitungsplanung im Bauwerksbereich (Elektrifizierung der Bahnstrecke) beauftragt hat. Die Ergebnisse werden „voraussichtlich im Oktober“ vorliegen. Mit diesen Informationen und nach einer entsprechenden Abstimmung mit der Deutschen Bahn (DB InfraGO) werde es möglich sein, den Brückenentwurf und eine entsprechende Leistungsbeschreibung zu erstellen.

Anschließend werden dann die Bauarbeiten ausgeschrieben. Die für die Planungen erforderlichen Baugrunderkundungsarbeiten werden bereits in wenigen Wochen im kommenden Oktober durchgeführt. Angesichts der sich bisher tatenlos über Jahrzehnte hinstreckenden Diskussionen ist diese Ansage des LBM geradezu sensationell: „Ziel ist es, mit dem Bau der Brücke noch in 2027, spätestens jedoch 2028 zu beginnen“.