Von Adrian Rahmani
Am Ende des Films blieben alle Besucher*Innen sitzen, bis im Abspann der Slogan der iranischen Frauenbewegung „Frau – Leben – Freiheit“ in persischer Sprache verklungen war. Nach der berührenden Darstellung der Unterdrückung der Frauen durch das Mullah-Regime in „Lolita lesen in Teheran“ war das für mich der persönliche Gänsehaut-Moment des gestrigen Feminale-Kinoabends. Meine Familie hat ihre Wurzeln im Iran. Weshalb die autobiographische Geschichte der Azar Nafisi für mich viele persönliche Berührungspunkte liefert.

Azar Nafisi hatte sich in den siebziger Jahren in Oklahoma in den USA gegen den Schah in der iranischen Studentenbewegung engagiert. Und war 1979 vor Beginn der Islamischen Revolution als Literaturprofessorin in ihr Heimatland zurückgekehrt. Mit der Überzeugung, dass sie vor Ort einen konkreten Beitrag zur Revolution leisten kann. Um in einer Realität zu landen, in der eine Demütigung und Misshandlung auf die nächste folgt. Etwa in Form der Verhöre durch die Sittenpolizei und deren gewaltsame Machtdemonstrationen.

Im Jahr 1995 gab Nafisi ihre Lehrtätigkeit im Iran wieder auf, weil sie es in ihrem Land nicht mehr aushielt. Und wanderte mit ihrer Familie erneut in die USA aus. Vor der Filmvorführung hatte Magarete Roßkopf, die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Bad Kreuznach, auf die Bedeutung des Frauenhaus als Notfallunterkunft und dem dortigen Beratungsangebot hingewiesen. Und festgestellt, dass das neue Gewalthilfegesetz zwar ein Wegbereiter für die Frauenhilfeversorgung in der Fläche ist, aber nicht ausreiche.
