Radfahrer-Begegnungsverkehr auf dem Gehweg

Alle paar Tage sitzen die beiden Bad Kreuznacher Vorzeige-Radfahrer Andreas Geers und Hermann Hoste mit ihrem Kumpel Thomas Fischer aus Windesheim (alle ADFC) zusammen. Und überlegen, wie sie den Radverkehr fördern können. Während Geers und Fischer mehr auf die Beseitigung von Gefahrenstellen und eine Verbesserung von Radwegeführungen setzen, hat Hermann Holste erkannt: das Negativverhalten einiger Radler liefert den Zweiradgegnern immer wieder beste Vorurteile und Erfahrungen, um mehr Radverkehr abzulehnen.

Weil die ihm die Richtung stadtauswärts entgegenkommende Radlerin flott unterwegs war, kam der stadteinwärts fahrende Radler außer Tritt. Beinahe hätte es einen Radfahrerunfall gegeben. Auf einem Gehweg, auf dem beide nichts zu suchen haben. Es kümmert sich halt keiner darum. Bis es einen Personenschaden gibt. Dann ist das scheinheilige öffentliche Jammern wieder groß. Keiner der Verantwortlichen muss ja für die Kosten aufkommen. Die trägt – unfreiwillig – die „Solidar“gemeinschaft. Und dann wundern sich die Verantwortlichen, warum die Verärgerung bei den rechtstreuen Einwohner*Innen immer größer wird und sich mittlerweile auch bei Wahlen auswirkt.

Holste spricht daher schon seit Jahren Missetäter*Innen auf der Strasse an in der Absicht negative Vorbilder zu reduzieren. Davon gibt es leider tagtäglich massenhaft zu sehen. Ein krasses Bild ist dem tourismusbeitrag-so-nicht.de-Fotografen am gestrigen Freitagnachmittag (19.9.2026) in der Salinenstrasse gelungen: zwei erwachsene Radfahrer, die sich auf dem südseitigen Gehweg der B 48 begegnen und gefährden. Bei der Fahrt durch die Stadt hat er in nur 38 Minuten acht weitere Gehwegradler, allesamt keine Kinder und Jugendliche, gesehen.

Alles Fälle aus der Innenstadt. Allerdings nicht aus der Fußgängerzone, wo das entsprechende Fehlverhalten ebenfalls tagtäglich für erhebliche Verärgerung sorgt. Und das positive Image der Fortbewegung auf zwei Rädern nachhaltig schädigt. Als eine Folge wird von einigen Autofahrenden und Fußgänger*Innen gefordert, dass auch Fahrräder künftig Kennzeichen erhalten sollen. Wozu es irgendwann samt der erforderlichen Bürokratie auch kommen wird, wenn es nicht gelingt die angesprochenen Verkehrsverstösse deutlich zu reduzieren.