Noch immer keine verlässliche und geordnete Falltierbeseitigung durch das Land

Dieser von tourismusbeirag-so-nicht.de berichtete Fall sorgte Anfang August 2026 für Aufsehen. Eine Woche lang lag ein Rehbockkadaver neben der B 428 Höhe Bosenheim auf einem Acker. Die Polizei war ab dem zweiten Tag von mehreren passierenden Autofahrer*Innen informiert worden. Und hat die entsprechende Information auch weitergegeben. Hat aber keine eigene Zuständigkeit. Die liegt inhaltlich beim rheinland-pfälzischen Landesuntersuchungsamt. Denn Tierkadaver sind potentielle Infektions- und damit Gefahrenherde. Trotzdem dauert es aktuell viele Tage, bis gemeldet Fälle entsorgt werden.

Aus vielen Gründen kein schönes Bild: tote Wildtiere neben Strassen. Vor allem aber ein Infektionsgefahrenherd.

Für die Tierkörperbeseitigung von Falltieren, also im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen getöteten Tieren, sind seit dem 1. April diesen Jahres vorläufig die Strassenmeistereien des Landesbetriebes Mobilität (LBM) verantwortlich. Die müssen als Notnagel ohne Spezialausstattung einspringen, weil das Land es über Monate nicht geschafft hat, eine dauerhafte und landesweite Regelung mit einem verlässlichen und geordneten Ablauf sicherzustellen. Der LBM räumt ein, diese „zusätzliche Aufgabe nicht durchgehend in der bisher gewohnten Qualität und Geschwindigkeit“ erbringen zu können.

In der Vergangenheit bestand seit 2020 bis Ende 2025 zwischen dem LBM und der Spezialfirma SecAnim Südwest GmbH eine Kooperationsvereinbarung über die Beseitigung von Fallwild an öffentlichen Straßen im klassifizierten Netz. Zum 1.1.2026 gingen die entsprechenden Aufgaben der Firma SecAnim auf den Zweckverband Tierische Nebenprodukte Südwest über. Diese Aufgabenübernahme endete allerdings schon am 31.3.2026. Trotzdem teilt die Tiersseuchenkasse Rheinland-Pfalz mit Sitz in Bad Kreuznach noch heute mit, dass der Zweckverband zuständig ist.

Auch das Landesuntersuchungsamt verschweigt auf seiner Homepage die tatsächlichen Verhältnisse. Und erweckt den Eindruck, als erfolge das Einsammeln des Fallwildes nach wie vor durch den Zweckverband. Für den Bereich der Stadt Bad Kreuznach können Meldungen über Fallwild unmittelbar an die Straßenmeisterei gerichtet werden. Diese organisiert die weiteren erforderlichen Schritte. Die Kontaktdaten der Strassenmeisterei sind: Telefon (0671) 83 40 140 oder Email sm-badkreuznach@lbm-badkreuznach.rlp.de