Fahrradleichen im Stadtgebiet entsorgt

Weil beim Fahrradfahren keine klimaschädlichen fossilen Energieträger verbraucht werden, fühlt sich der ein oder die andere auf zwei Rädern moralisch den Autofahrenden überlegen. Und glaubt dadurch in der Strassenverkehrsordnung (StVO) nicht begründete Sonderrechte zu haben. Die entsprechenden Fahrweisen sind einer der Gründe, warum sich auch in Bad Kreuznach trotz vielfältiger amtlicher und politischer Bemühungen keine echte Aufbruchstimmung für das Radfahren entwickelt hat.

Abweichend von der Selbsteinschätzung einiger Radler zeigt sich in der Verkehrspraxis, dass es am Lenker wie am Lenkrad die selben, charakterlich begründeten asozialen Handlungsweisen gibt. Weit über die Fahrweise hinaus. Auch etwa bei der Entsorgung nicht mehr benötigter bzw fahrbereiter Verkehrsmittel. Nach wie vor werden abgemeldete Pkw im Stadtgeiet einfach so am Strassenrand abgestellt, statt diese einer ordnungsgemäßen Entsorgung zuzuführen.

Vor allem Altfahrzeuge, bei denen der Aufwand zur Ermittlung der letzten und damit verantwortlichen Halters erheblich ist. Weshalb in diesen Fällen die Kosten regelmäßig bei der Stadt hängenbleiben. Nicht viel anders ist es mit Fahrrädern. Deren Leichen stehen überall im Stadtgebiet herum. So hat unser Fotograf Anfang der Woche hinter dem alten Jugendamt zwei in Plastiktüten verpackte Rahmen entdeckt. Und auf dem städtischen Parkplatz unter der Lämmerbrücke ein in vielerlei Beziehung abgefahrenes Exemplar.