Für die jungen Menschen bieten E-Scooter eine kostengünstige, elternunabhängige und im Vergleich zum Fahrrad bequeme und einfachere Mobilität. Umfragen belegen: bei jungen Menschen, vor allem Jungs, steht ein E-Scooter nach einem Smartphone ganz oben auf dem persönlichen Wunschzettel. Wer sich häufiger in der Innenstadt oder auf Schulhöfen aufhält, hat das bereits im vergangenen, spätestens in diesem Frühjahr und Sommer gemerkt. Ein immer größerer Teil der Jugendlichen steigt vom Fahrrad und aus dem Eltern-Taxi auf die flotten strombetriebenen Roller um.

Die darf man zwar erst ab 14 Jahren fahren. Und es gelten Regeln. Aber die werden ganz offensichtlich weder im Elternhaus noch in der Schule flächendeckend vermittelt. Denn ein Teil der E-Scooter-Nutzer*Innen lebt die Bewegungsdynamik auf zwei Gummirollen rücksichtslos aus. In der Fußgängerzone werden Passanten schon mal zu Slalomstangen. Obwohl dies nicht erlaubt ist, wird auf E-Scootern gegen Einbahnstrasse, auf Gehwegen und mit deutlich erhöhter Geschwindigkeit gefahren. Auch von Personen ohne vorherigem Alkohol- und Drogenkonsum.
Auf die entsprechende tourismusbeitrag-so-nicht.de-Berichterstattung hat es einen Vielzahl von Reaktionen gegeben. Zusammenfassend beklagen die Leser*Innen krasse Missstände und unterlassene Kontrollen. Der Erlebnisbericht von Lars S. bezieht sich auf das Schulzentrum an der Heidenmauer: „vor allem die lieben Schüler in der Gensinger Straße mit 2 Leuten drauf und teilweise ohne Nummernschild. Unter dem vorgeschriebenen Mindestalter, um so ein Ding überhaupt fahren zu dürfen!“ Edith M. hat erlebet: „stimmt. Und wenn man sie darauf anspricht, werden sie noch frech und beleidigend.
Hier muss unbedingt mehr Kontrolle her“. Anita I. spricht ein Grundproblem an: „Helm- und Führerscheinpflicht muss her. Wer sich nicht an Verkehrsregeln hält: Strafen wie bei den Autofahrern“. Sicherheitstrainer Marcel Hill bestätigt ein Ergebnis intensiverer Kontrollen anderenorts: „mir ist letztens auf dem Schulweg meiner Tochter einer von hinten beinahe in die Hacken gefahren. Mit mindestens 40 bis 50 km/h ist der an mir vorbeigeflogen. Das Ding war bestimmt frisiert … Ich habe immer den Impuls meinen Arm auszustrecken.
Auch habe ich immer Hoffnung, dass die sich mal so richtig maulen!“ Iris S. bestätigt: „Marcel Hill, hier auf dem Radweg ist auch immer so ein Raser unterwegs“. Beate H. hat beobachtet: „es gibt so viele Kinder ab 11 Jahren, die solche Dinger fahren. Meistens zu zweit drauf und auch welche ohne Nummernschild. Es wird zu wenig kontrolliert im ganzen Stadtgebiet. Nicht nur Fußgängerzone.“ Klaus S. fasst sich kurz: „Idioten. Und die kommen meistens ungestraft davon“. Michael W. schreibt: „jeden Tag mindestens 5 bis 6 im Stadtverkehr zu sehen.
Und die lieben Lastenfahrräder mit Kindern im Frontteil auch rücksichtslos. Löst jedes Mal Kopfschütteln aus. Unvernunft kennt keine Grenzen“. Stefanie Maleen F. ärgert sich: „ss wird immer gepostet und gepostet. Aber es ändert sich nichts. Im Gegenteil. Ich hab das Gefühl, dass es immer schlimmer wird. Dadurch, dass ich selten in der Stadt bin, fühle ich das deutlicher“. Gabriele K. bestätigt: „sehe ich genau so. Die Verbotsschilder kann man sich sparen. Hält sich ja fast niemand dran“. Ivony Y. fragt: „wo ist da der Vollzugsdienst?
Wären die mal präsenter und würden mehr Kontrollen machen, würde sich das auch bessern!“ Lutz H. gibt dafür einen Grund an: „der Vollzugzugsdienst fürchtet sich vor diesen 13jährigen“. Steffi R. kritisiert: „da wird bei Jugendlichen nicht durchgegriffen. Kein Wunder, wenn die später am Autolenkrad glauben, auch mit dem Auto und solchen Nummern durchzukommen.“ Peter H. sieht nur eine effektive Möglichkeit, um die „Scooter-Plage“ in den Griff zu bekommen: „Kontrollen, Kontrollen, Kontrollen. Und statt Bußgeldern die Dinger befristet einziehen. Das trifft die härter“.
