Für alle Verkehrsteilnehmer*Innen, die in tagtäglich zusammen fünfstelliger Zahl die Landfuhrbrücke nutzen, ist das eine Hiobsbotschaft. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen bezeichnete Hans Sifft, der Leiter des städtischen Tiefbauamtes, die Sanierung der wichtigen Nord-Süd-Querung der Nahe in der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Bauwesen, Umwelt und Verkehr (PLUV) am 2.9.2026 als „Mehrjahresprojekt“. Angesichts dieser Ankündigung wird am westlichen Ende der Stadt und in der Westpfalz bei einigen Betroffenen so etwas wie Schadenfreude aufkommen.

Die dort lebenden Automobilen wissen „dank“ der B48 – Dauerbaustelle im Salinental seit Jahren, was Wechselampeleinsatz und zeitweise Vollsperrung einer Hauptverkehrsachse bedeuten. Und genau das steht auch bei der Landfuhrbrücke an. Wobei es anders als im Salinental mit dem Brückes und der Gensinger Strasse immerhin zwei Alternativstrecken zur Verfügung stellen, auf die sich der Verkehr in der Bauphase umverteilen kann. Der Verfall der Landfuhrbrücke wurde bereits im August 2018 von tourismusbeitrag-so-nicht.de ins Bild gesetzt und berichtet (unten verlinkt).
Seit dem wurde das für den Stadtverkehr überragend wichtige Brückenbauwerk mehrfach untersucht. In den letzten zwei Jahren warfen die Einzelergebnisse über einen längeren Zeitraum die Frage auf, ob die Stahlbetonkonstruktion überhaupt saniert werden kann. Oder ein Abriss mit Neubau droht. Erst im Frühjahr diesen Jahres wurden die diesbezüglichen Bauwerksprüfungen abgeschlossen mit dem erfreulichen Ergebnis, das eine Sanierung möglich und unter Umständen sogar wirtschaftlicher ist, als ein Neubau. Dazu berichtete Hans Sifft im PLUV am 2.9.2026:
Der dazu vorgelegte Prüfungsbericht zur Landfuhrbrücke „hat keine wesentliche Verschlechterung des baulichen Zustandes zu Tage gebracht. Der bereits bekannte Handlungsbedarf aufgrund vorhandener Schäden am Tragwerk besteht jedoch weiterhin“. Daher sollen noch in 2026 umfangreiche ergänzende Untersuchungen ausgeschrieben, in Auftrag gegeben und in 2026 durchgeführt werden. Die Ergebnisse dieser weiteren Untersuchungen sollen dann als Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen mit der Brücke dienen.
Auch darüber, wie diese weiteren Untersuchungen konkret aussehen, informierte der Leiter des Tiefbauamtes: „Betonteile müssen angebohrt und auf Chloride und sonstige Stoffe untersucht geprüft werden. Die Untersuchungsliste besteht aus 20 bis 30 Parametern“. Erst auf der Basis der dadurch gewonnen Daten sei es möglich einem Ingenieurbüro den Auftrag für eine Planung der Zukunft für die Brücke zu erstellen. Dabei, also der Variantenprüfung und Planung, handele es sich um einen „längeren Prozess“.
Wenn die Ergebnisse der Bohrungen vorliegen, soll über eine Ausschreibung ein Ingenieurbüro gefunden werden, dass Planung und Sanierung der Landfuhrbrücke betreut: „wir wollen ein Büro, das alles weiter führt und vollständig in die Hand nimmt“. Dabei könne durchaus sogar eine Verbesserung der aktuellen Situation herauskommen. Etwa die Möglichkeit „für eine Verbreiterung, um einen Radweg hinzubekommen“. Nach Eischätzung von Hans Sifft ist die Bausteuerung größerer Projekte durch Ingenieurbüros alternativlos.
Ein so großes Projekt könne das Stadtbauamt „gar nicht leisten“. Es handele sich um eine so riesige Baumaßnahme, „allein da müssten ein oder zwei Mitarbeiter eingesetzt werden“. In Vollzeit versteht sich. Aus der Vorstellung der erforderlichen Vorarbeiten ergibt sich, dass die Sanierung der Landfuhrbrücke im kommenden Jahr 2027 nicht begonnen werden kann, da allein die Ausschreibung und Beauftragung eines entsprechend leistungsfähigen Ingenieurbüros einige Monate beanspruchen wird. Und sich an deren Variantenprüfung ja auch noch die kommunalpolitischen Entscheidungen anschließen.
