Die Schwimmbadbrücke, die am westlichen Ende der Strasse Saline Karlshalle über die Nahe ins Salinental und zum Salinenbad führt (Bild unten), ist in einem baulich bedenklichen Zustand. Bereits 2017 erhielt die Betonkonstruktion vom damaligen städtischen Brückenprüfer die für Brücken schlechtest mögliche Bewertung „4“. Denn wegen Schäden am Geländer war die Verkehrssicherheit nicht gegeben. Die Brücke wurde daher gesperrt und das Geländer instandgesetzt. Im Jahr 2020 wurde nach einer erneuten Prüfung die Bewertung „3,4“ vergeben.

In der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Bauwesen, Umwelt und Verkehr (PLUV) am 16.9.2020 informierte die Stadtverwaltung darüber, dass „die wichtige Brücke mittelfristig gesperrt werden muss. Eine Ertüchtigung bzw. Sanierung ist aufgrund der Mängel technisch, wirtschaftlich nicht realisierbar“. Aus diesem Grund wurde die Idee für einen neue Brücke präsentiert: eine aufschwimmende Pontonbrücke (Bild oben). Deren Planung wurde zwischenzeitlich aufgegeben, weil keine hochwassersichere Konzeption gefunden wurde.

Eine Pontonbrücke, wie 2020 vom Stadtbauamt vorgeschlagen, wird es wegen der Hochwasserproblematik aufgrund von Vorgaben der SGD Nord nicht geben.
Der Bauwerkszustand hat sich in den zwischenzeitlich vergangenen sechs Jahren weiter verschlechtert. Weshalb die Schwimmbadbrücke in der aktuellen Brücken-Prioritätsliste, die in der PLUV-Sitzung am 2.9.2026 präsentiert wurde, auf Platz sechs von 50, also sehr weit vorne steht. Erneut wurde darauf hingewiesen, dass die Schließung der Brücke droht. Was aus mehreren Gründen fatal wäre. Da die B 48-Baustelle im Bereich der Saline Theodorshalle noch bis 2028 andauern wird, würde beim Wegfall der Schwimmbadbrücke keine fußgänger- und fahrradfreundliche Verbindung ins eigentliche Salinental mehr zur Verfügung stehen.
Und: das Salinenbad wäre dadurch von der Mehrzahl seiner Parkplätze (Saline Karlshalle und die durch den Sophie-Sondhelm-Weg erschlossenen, am westlichen Ende der Franziska-Puricelli-Strasse befindlichen) abgehängt. Zudem müsste vom Kanuheim ein hunderte Meter langer Umweg zur Trainings- und Wettkampfstrecke auf der anderen Naheseite bewältigt werden. Der notwendige Neubau wird ganz anders aussehen, als die jetzige Schwimmbadbrücke. Nicht in der Höhe. Die kann wegen der Hochwassergefahr nicht wesentlich abgesenkt werden. Aber in ihrer Gesamtgröße.
Der Neubaukörper wird wesentlich stärker optisch in Erscheinung treten. Denn leisten kann sich die Stadt die neue Brücke nur mit Fördergeldern. Und die gibt es nur dann, wenn bestimmte aktuelle Standards eingehalten werden. Zu denen gehört eine angemessene Breite, damit Fußgänger*Innen und Radfahrer*Innen zeitgleich und sicher in beide Richtungen über die Nahe gelangen können. Diese Sollbreite bezifferte Hans Sifft, der Leiter des Tiefbauamtes der Stadt, in der Ausschusssitzung am 2.9.2026, mit „5,80 bis 6 Meter“. Das Staunen im Ausschuss war da groß.
Und steigerte sich noch, als die zweite Fördervoraussetzung benannt wurde: Barrierefreiheit. Die ist nur dann gegeben, wenn Steigung und Gefälle entsprechend sanft ausfallen. Aus der Diskussion um den Löwensteg ist öffentlich bekannt, was das praktisch bedeutet: viele Dutzend Meter lange Rampen. Wegen des extremen Höhenunterschiedes der auf der Südseite (beim Kanuheim) sind dort unter Berücksichtigung von Ruhepausen-Podeste 100 Meter Länge und mehr denkbar. Was sich nicht nur auf die Gestaltung, sondern auch auf die Kosten auswirkt.
„Wir können uns das selbst nicht vorstellen“, bekannte Hans Sifft zu dem erforderlichen „Rampenkonstrukt“. Die Lösung sollen daher externe Planer liefern. Die sollen auf dem Weg über einen Wettbewerb gewonnen werden. Fest steht, dass der überörtliche, von Bad Münster kommende „übergeordnete Radweg“ über diese Brücke geführt werden soll. Was eine höhere Fahrradfrequenz nicht nur auf der Brücke, sondern auch auf dem schmalen Verbindungsweg zwischen der Brücke und dem Brauwerk mit sich bringt.
