Am Samstag dieser Woche (5.9.2026) findet in Bad Kreuznach der Christopher Street Day (CSD) statt. Nach dem Anschlag in Berlin bedeutet das: obwohl der Demonstrationszug mit Folgeveranstaltung auf dem Kornmarkt keine Großveranstaltung im Sinne des rheinland-pfälzischen Polizeigesetzes ist, hat Ordnungsdezernent Mirko Helmut Kohl unverzüglich nach dem Anschlag in Berlin ein Sicherheitskonzept ausarbeiten lassen. Die ersten Poller rund um den Kornmarkt sind bereits aufgestellt.

Auch um damit deutlich zu machen, dass die Ordnungskräfte gut vorbereitet sind. Das CSD-Programm startet um 13 Uhr mit einem Gottesdienst in der Heilig-Kreuz-Kirche. Um 14 Uhr startet der Demonstrationszug auf dem Europaplatz (Bahnhofsvorplatz). Ab 15 Uhr findet die Kundgebung auf dem Kornmarkt in Form eines Straßenfestes mit Bühnenprogramm und Infoständen statt. Die Moderation erfolgt durch Igitte von Bingen. Es gibt Poetry von Anabel Weiß, Musik von „Ray und Logi“ sowie von „Raucherraum“.

Das Veranstaltungsende ist für 18 Uhr geplant. Interessant ist, wie der Bad Kreuznacher CSD auf der CSD-Terminübersichtsseite von Tentonix GmbH (Wesendorf) beschrieben wird: „der Christopher Street Day in Bad Kreuznach ist eine der kleineren Pride-Veranstaltungen in Rheinland-Pfalz. Anders als in Großstädten steht kein einzelner Verein als fester Ausrichter fest. Getragen wird der CSD von einem Bündnis aus mehreren Gruppen – darunter die städtische Jugendförderung, ein lokaler Queertreff und das Landesnetzwerk QueerNet Rheinland-Pfalz.
Auch kirchliche Jugendarbeit und demokratische Parteien vor Ort beteiligen sich regelmäßig. Der Ablauf folgt einem festen Muster. Der Demonstrationszug startet am Bahnhofsvorplatz und führt durch die Innenstadt. Am Zielpunkt schließt sich eine Kundgebung mit Redebeiträgen an, dazu kommen Infostände, Musik und ein moderiertes Bühnenprogramm. Manche Ausgaben eröffnen mit einem ökumenischen Gottesdienst – ein Zeichen dafür, dass sich auch Kirchengemeinden in der Region hinter den Termin stellen.
Die Teilnehmerzahl bewegt sich im mittleren dreistelligen Bereich. Für eine Stadt mit rund 50.000 Einwohnern ist das ein Wert, der über dem liegt, was viele vergleichbare Kleinstadt-CSDs in der Region erreichen. Organisationen wie Amnesty International rufen regelmäßig zur Teilnahme auf, ebenso Grünen-Kreisverbände aus der Umgebung. Wer nach Bad Kreuznach kommt, findet keine große Bühnenshow mit Prominenz, sondern eine politische Demonstration mit anschließendem Fest.
Getragen wird sie von Menschen, die sich Jahr für Jahr ehrenamtlich um Anmeldung, Genehmigung und Programm kümmern. Kritik und vereinzelte Anfeindungen aus konservativen und rechten Kreisen begleiten den Termin, wie in vielen kleineren Städten – bislang ohne größere Zwischenfälle. Der CSD in Bad Kreuznach zeigt damit ein Muster, das für viele ländlich geprägte Regionen typisch ist: keine große Szene mit fester Infrastruktur, aber ein verlässlicher jährlicher Termin, der queeres Leben sichtbar macht und ein breites Bündnis aus Zivilgesellschaft, Kirche und Politik zusammenbringt.
Bad Kreuznach pflegt eine lebendige Pride-Bewegung, die durch den Christopher Street Day (CSD) sichtbar wird. Der CSD in der Stadt ist ein farbenfrohes Highlight, das queere Menschen und ihre Unterstützer zusammenbringt. Die Geschichte der LGBTQ+-Community in Bad Kreuznach ist geprägt von Engagement für Sichtbarkeit und Akzeptanz. Der CSD dient als politischer Protest und Feier, inspiriert vom Stonewall-Aufstand, und erinnert daran, dass queeres Leben selbstverständlich zur Mitte der Gesellschaft gehört.
In der Nahe-Region hat sich eine vielfältige Szene entwickelt, die Normalisierung vorantreibt. Besonderheiten der deutschen Pride-Szene zeigen sich in der Verbindung von Demonstration und Party-Atmosphäre, mit Fokus auf Antidiskriminierung und Rechte für alle. Queere Ikonen moderieren oft. Und Stände bieten Austausch über lokale Initiativen. Die Pride-Bewegung in Bad Kreuznach fördert Inklusion und Vielfalt.
Sie lädt ein, queere Identitäten stolz zu leben und gegen Vorurteile anzutreten. Die Events ziehen hunderte Teilnehmer an, die bunt und selbstbewusst durch die Straßen ziehen. So wird die Stadt zu einem Ort der Solidarität, wo queeres Leben gefeiert und politisch vertreten wird. Jeder kann mitmachen, um für gleiche Rechte einzutreten und die Community zu stärken“.
