Der deutsche Erdbeben-Hotspot liegt 40 Kilometer nördlich von Bad Kreuznach

Wenn von den Phlegräischen Feldern die Rede ist, denken die allermeisten – wenn überhaupt – an eine Art von Landwirtschaft. Tatsächlich bezeichnet der bodenständig klingende Name den größten Supervulkan Europas. In dessen Untergrund bei Neapel es seit einigen Jahren deutlich heftiger brodelt, als noch vor Jahrzehnten. Immer mehr Wissenschaftler interpretieren das als einen sich anbahnenden Ausbruch. Würde der so groß ausfallen, wie es in den letzten 200.000 Jahren mehrfach der Fall war, würde das nicht nur das Weltklima dramatisch verändern, sondern Südeuropa umgestalten.

Selbst ein kleiner Ausbruch hätte krasse Auswirkungen auch für Deutschland. Die Tatsache, dass unser Planet sich in einer Phase verstärkter vulkanischer Aktivität befindet, kann am sogenannten „pazifischen Feuerring“ beobachtet werden. Dort häufen sich Ausbrüche. Und auch in Rheinland-Pfalz tut sich tief unten in der Erde was. Bei Schulausflügen zu den Eifel-Maaren wurde den Schüler*Innen die dortige Bläschenbildung noch in den siebziger Jahren als gutes Zeichen erklärt. Heute weiß man: genau das Gegenteil ist der Fall. Ein weiterer Beleg für die wachsende Bedrohung:

Die Eifel hebt sich. Die Bewegung in der Erdkruste ist dem Naheland dabei viel näher, als es die Menschen hier wahrhaben wollen. Tatsächlich befindet sich nur rund 40 Kilometer Luftlinie nördlich von Bad Kreuznach der deutsche Erdbeben-Hotspot. Im Rhein-Hunsrück-Kreis. Wie Erdbebennews.de dokumentiert hat, gab es unter den Gemeinden Mörsdorf, Mastershausen, Zilshausen und Blankenrath seit dem Mai 2024 69 Beben mit Magnitude 1 oder mehr. 32 davon in den letzten 365 Tagen. In den 13 Jahren zwischen 2010 und 2023 waren es zusammen nur 44. Also im Schnitt nur etwa drei pro Jahr.

In wenigen Monaten hat sich die Zahl der Erdbeben unter dem Hunsrück also verzehnfacht. Nirgendwo sonst in Deutschland gab es diese Entwicklung. Und auch keine so lang anhaltende Erdbebenserie. Wissenschaftler sehen hier einen möglichen Zusammenhang mit dem Eifel-Vulkanismus. Unbestritten ist: aus den Maaren werden wieder aktive Vulkane. Die Frage ist lediglich wann das passiert. Sicher in einigen 1.000 Jahren. Oder auch früher. Fakt ist, dass es für diesen Fall Handlungskonzepte nicht gibt. Weder hier noch in der Eifel.