Am gestrigen Freitagvormittag (28.8.2026) gegen 9:07 Uhr kam es auf der Rüdesheimer Nahestrasse zu einem Zusammenstoß zwischen einem Pkw und einem geparkten Baustellenanhänger. Der Autofahrer befuhr die L 236 mit seinem Pkw aus Bad Kreuznach kommend in Fahrtrichtung Rüdesheim. Aufgrund körperlicher Beschwerden beabsichtigte er nach rechts auf den dortigen Bus-Sonderstreifen aufzufahren. Auf dem besagten Sonderstreifen parkte ordnungsgemäß ein Baustellenanhänger mit ausgefahrenen Auffahrschienen.

Der Autofahrer fuhr auf die linke Auffahrschiene des Anhängers auf und kippte hierdurch auf die Fahrerseite um. Durch das Unfallgeschehen wurden der Fahrer des Skoda und seine Beifahrerin leicht verletzt. Die Feuerwehr Rüdesheim wurde ursprünglich lediglich zur Absicherung der Unfallstelle alarmiert. Da sich der Fahrer und seine Beifahrerin jedoch nicht selbstständig aus dem Fahrzeug befreien konnten, wurde das Alarmstichwort kurz darauf auf „Verkehrsunfall, eingeschlossene Person“ erhöht und zusätzlich die Feuerwehr Hargesheim-Roxheim sowie die Führungsstaffel alarmiert.

Mitarbeiter der Baufirma Gellweiler aus Wallhausen und drei zufällig vorbeikommende Feuerwehrleute aus Hüffelsheim, Norheim und Hennweiler zögerten nicht und begannen sofort gemeinsam mit der Sicherung des verunfallten Fahrzeugs. Hierfür klemmten sie mehrere Warnbaken-Fußplatten unter das Fahrzeug und verhinderten so ein weiteres Umkippen des Autos. Nachdem sich die Ersthelfer mit einer Leiter Zugang auf das Fahrzeug verschafft hatten, konnten sie die Beifahrertür öffnen und mit einem Spanngurt sichern.

Bis zum Eintreffen der beiden Rettungswagen und des Notarztes sowie der Rüdesheimer Feuerwehr übernahmen die Männer die Betreuung der Fahrzeuginsassen. Die Feuerwehr stellte eine Rettungsplattform am Dach des Unfallautos auf, über die die beiden Insassen selbsttätig aus dem Auto aussteigen konnten. Sie wurden anschließend vom Rettungsdienst versorgt und in eine Bad Kreuznacher Klinik transportiert.
Die Polizei war mit zwei Streifenwagen zur Unfallaufnahme vor Ort und sperrte die Nahestraße. Für die 14 Feuerwehrkräfte aus Rüdesheim unter der Leitung von Niklas Köller war der Einsatz nach 30 Minuten beendet. Durch den Unfall bildete sich hinter der Unfallstelle rasch ein Stau in der Nahestraße. Das veranlasste besonders ungeduldige Autofahrer ihre Fahrzeuge zu wednen – trotz mit Sondersignalen herannahender Einsatzfahrzeuge.
Dadurch wurde die Anfahrt zur Einsatzstelle unnötig verzögert. „Wenn jeder an sich denkt, ist zwar an alle gedacht. Aber hier wünsche ich mir von manchem Autofahrer ein Quäntchen mehr gesunden Menschenverstand und Geduld. Schließlich könnte man selbst in die Verlegenheit kommen und die schnelle Hilfe der Einsatzkräfte benötigen. Umso hervorragender war die Arbeit der couragierten Ersthelfer. Vielen Dank dafür!“, so Feuerwehr-Pressesprecher Rouven Ginz.
Quellen: Polizeiinspektion Bad Kreuznach und Feuerwehr Verbandsgemeinde Rüdesheim (auch Bilder)
