In seiner Sitzung am heutigen Donnerstag (27.8.2026) entscheidet der Stadtrat über die Schließung des Bäderhauses. Vorbereitet wurde diese Entscheidung in der nichtöffentlich tagenden Arbeitsgruppe „Neustrukturierung städtische Gesellschaften“. Erstmals öffentlich wurde die konkrete Schließungsabsicht in der Sitzung des Finanzausschusses am 10.8.2026 diskutiert. Vor der Aussprache wurden den Mitgliedern des Gremiums und der Öffentlichkeit von den Stadtwerke-Mitarbeiterinnen Petronella Lange und Lisa Ratay alle in der Beschlussvorlage noch verschwiegenen relevanten Fakten verständlich in einer Präsentation dargelegt.

Es war Stadtratsmitglied Kay Maleton (Faire Liste), der in seinem Wortbeitrag die Leistung der beiden Stadtwerke-Frauen, auch in der nichtöffentlichen Arbeitsgruppe, angemessen würdigte: „da vorne sitzt die gewünschte Transparenz und Kompetenz, die ich früher gern gehabt hätte. Ich bin mir sicher, wenn die Damen vor zehn Jahren schon so hätten agieren können, hätten wir andere Alternativen gehabt. Jetzt ist Feierabend. Jetzt stehen wir mit einem Bein über dem Abgrund“. Für seinen sehr deutlich auch als Kritik an andere Verantwortungsträger formulierten Dank gab es von einigen Mitgliedern des Finanzausschusses lautstarke Zustimmung.
Eingeleitet hatte die Aussprache Bürgermeister Blechschmidt mit einer klaren Ansage: „wir sehen keine andere Möglichkeit, nachdem wir alles durchdacht haben, von vorne nach hinten, von rechts nach links. Alle Einrichtungen sind in Gänze nicht zu halten“. Die Entscheidung zur Schließung des Bäderhauses sei aufgrund der Kostenstruktur in der BAD GmbH zu treffen. Alternativen Überlegungen, wie sie in den vergangenen Tagen gleichsam als kommunalpolitische Wiedergänger in vom Thema inhaltlich weit entfernten Kreisen ins Gespräch gebracht wurden, erteilte Blechschmidt schon vor über zwei Wochen eine deutliche Absage.
„Das Thema Eintrittspreise, das Thema Parkgebühren, das Thema Grundsteuer, das Thema Gewerbesteuer ist ausgereizt“, stellte der Bürgermeister fest. Und bekannte: „ich würde mich als Kämmerer nicht mehr trauen, auch nur im Ansatz da ranzugehen“. Petronella Lange hatte in ihrem inhaltsschweren Kurzreferat das Bäderhaus als „nice to have“ bezeichnet. Was bei einigen Ausschussmitgliedern zu höflich formuliertem Widerspruch führte. Und die xte Wiederholung des Märchens von der großartigen touristischen Bedeutung des Bäderhauses auslöste.
Und das, obwohl bereits in der Arbeitsgruppe nichtöffentlich dazu Tacheles gesprochen worden war. Zudem Bürgermeister Blechschmidt in seinen Einführungsworten ganz ausdrücklich an die Stellungnahme der großen Hoteliers der Stadt erinnerte, dernach das Bäderhaus als touristischer Magnet verzichtbar sei. Und aus dem Einzelhandel gab es, abgesehen von Armin Göckel, bis heute eh keine einzige ernstzunehmende Stimme, die Bäderhausbesuche als Innenstadtumsatzförderung bewerteten. Patrick Bruns (FDP) bestätigte die Lange-Wortwahl in der Sache. Und bestand ausdrücklich auf der Bäderhaus-Bewertung als „nice to have“.
