PETA kritisiert Büglers Ponyreiten

Von Adrian Rahmani

Am gestrigen Samstagmittag (22.8.2026) demonstrierte das Street-Team der Tierrechtsorganisation PETA gegen das Ponyreiten auf dem Jahrmarkt. Auf den Plakaten der Demonstranten waren unter anderem die Aussagen „Ponykarussells sind Tierquälerei“ und „Kein Pony hat Spaß im Karussell“ zu lesen. PETA-Sprecher Fabian Miksch bezeichnete das Ponyreiten als „aus der Zeit gefallen“. Seiner Ansicht nach gebe es mittlerweile genügend Alternativen. Auch die Demonstrantin Denise Machemer kritisierte den Einsatz der Tiere zur Unterhaltung: „die Tiere sind nicht dazu da, um für den Menschen als Entertainment zu dienen“.

Laut PETA sprechen sich immer mehr Fachleute sich gegen Ponykarussells aus. Amtstierärztin Dr. Sabine Beckmann vom Kreisveterinäramt Gütersloh sagte bereits 2010 in einem Interview: „Die derzeitige Praxis, die Ponys stundenlang in dieselbe Richtung trotten zu lassen, ist als absolut verhaltenswidrig einzustufen. Die Tiere leiden physisch und psychisch“. Der österreichische Tierarzt Dr. Hans Christ warnt ebenfalls vor gesundheitsschädlichen Auswirkungen: „Durch die fortgesetzte einseitige Kreisbewegung kommt es unweigerlich, ungeachtet etwaiger Erholungspausen, im Laufe der Zeit zu Schäden im Bewegungsapparat […].

Die Stereotypie des Tätigkeitsmusters und die damit verbundene Reizarmut stellt für die Tiere eine zusätzliche, psychische Belastung dar“. Auch das Positionspapier der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz ist eindeutig – insbesondere im Hinblick auf die erzieherische Wirkung sogenannter Ponykarussells: „Hervorgehoben werden muss zudem, dass den Kindern durch das stupide Im-Kreis-Laufen der Ponys ein Bild vom Pferd vermittelt wird, das aus der Sicht des ethischen Tierschutzes heute nicht mehr zeitgemäß ist“.

Um auch die Perspektive des Betreibers darzustellen, haben wir mit Domenik Bügler gesprochen, der das Ponyreiten auf dem Jahrmarkt seit vielen Jahren Volksfest anbietet. Er widerspricht der Behauptung, er biete keine Alternative an. Er habe sich sehr wohl auch mit einem anderen Fahrgeschäft beworben. Das habe jedoch vom Jahrmarktsausschuss keinen Platz bekommen. Aus seiner Sicht hätten sich die Demonstranten daher vor dem Jahrmarktsbüro der Stadt versammeln müssen.

Weiter beschreibt Bügler, dass immer weniger traditionelle Angebote und Fahrgeschäfte auf den Volksfesten zu finden seien. Als Beispiele nennt er Boxbuden, Schaubuden und Go-Kart-Bahnen. Für ihn stellt sich deshalb die Frage, wenn das Ponyreiten nicht mehr zeitgemäß sei: „warum wird es dann noch gut besucht?“ So habe sein Geschäft am Eröffnungstag einen besonders großen Zulauf gehabt.

Die langjährig positive Resonanz sei für seine Familie auch ein Grund gewesen, weitere Ponys anzuschaffen. Sein Enkelsohn wolle das Geschäft fortführen. Bügler ermöglichte auch eine spontane eine Besichtigung der mobilen Pferdeboxen, in denen die Tiere während des Volksfestes untergebracht sind. Die Box ist an besonders warmen Tagen auch klimatisiert. Nach Angaben der Familie Bügler sind die Ponys rund 80 Tage im Jahr im Einsatz. Die übrige Zeit verbringen sie auf der Weide.