Katzenschutzverordnung steht nicht auf der Stadtrats-Tagesordnung am 27.8.

Wie kann das Leid verwilderter Katzen in Bad Kreuznach nachhaltig reduziert werden und welchen Beitrag kann eine Katzenschutzverordnung dabei leisten? Über diese Fragen tauschten sich Oberbürgermeister Emanuel Letz, Ordnungsamtsleiterin Tina Werner sowie Vertreter des Katzenschutzvereins Bad Kreuznach und des Tierschutzvereins Bad Kreuznach e. V. am 13.8.2026 in einem ausführlichen und konstruktiven Gespräch aus. Im Mittelpunkt stand die hohe Zahl an Katzen, mit der die örtlichen Tierschutzorganisationen zunehmend konfrontiert sind.

Unkontrollierte Vermehrung führt immer wieder dazu, dass kranke, verletzte oder geschwächte Tiere – insbesondere Katzenwelpen – aufgenommen und aufwendig versorgt werden müssen. Die hohe Auslastung bindet erhebliche personelle, räumliche und finanzielle Ressourcen und erschwert damit auch die Aufnahme anderer dringender Tierschutzfälle. Für die beteiligten Vereine steht deshalb fest: Nachhaltiger Katzenschutz muss möglichst dort ansetzen, wo vermeidbares Tierleid entsteht. Eine konsequente Kastration freilaufender Katzen kann dazu beitragen, die unkontrollierte Vermehrung langfristig einzudämmen.

Wie erfolgreich dieser Ansatz sein kann, zeigt das Beispiel Waldidyll in Bad Münster am Stein-Ebernburg. Dort wurden verwilderte Katzen über mehrere Monate eingefangen, tiermedizinisch versorgt und nach und nach kastriert. Im laufenden Jahr wurde dort bislang kein einziger neuer Katzenwurf festgestellt. Für die Tierschutzorganisationen ist dies ein konkretes lokales Beispiel dafür, dass konsequentes und präventives Handeln Wirkung zeigen kann. Eine Katzenschutzverordnung könnte aus Sicht der Vereine hierfür einen verbindlichen rechtlichen Rahmen schaffen.

Ziel sei es nicht, weniger Tierschutz leisten zu müssen, sondern vielmehr zu verhindern, dass Tiere überhaupt erst in Situationen geraten, in denen sie auf umfangreiche Hilfe angewiesen sind. Die Tierschutzorganisationen begrüßen ausdrücklich, dass Oberbürgermeister Emanuel Letz und Ordnungsamtsleiterin Tina Werner signalisiert haben, den Austausch fortzuführen und gemeinsam nach einem rechtssicheren und praktikablen Weg für einen nachhaltigen Katzenschutz in Bad Kreuznach zu suchen.

Gleichzeitig bleibt aus Sicht der Tierschutzorganisationen bedauerlich, dass das Thema Katzenschutzverordnung trotz des konstruktiven Gesprächs und der signalisierten Unterstützung des Oberbürgermeisters nicht auf der Tagesordnung der kommenden Stadtratssitzung am 27. August 2026 steht. Gerade angesichts der konkreten Erfahrungen der örtlichen Tierschutzvereine wäre es wünschenswert, das Thema zeitnah auch im Stadtrat zu beraten und die nächsten politischen Schritte zu diskutieren. Denn Verwaltung, Politik und Tierschutz verbindet ein gemeinsames Ziel: Tierleid möglichst zu verhindern, bevor es entsteht.

Text: Peter Engel, Pressesprecher Liste faires Bad Kreuznach