Für Willi Kipp ist der „Eyecatcher“ das „Rad der Zukunft“

Von Adrian Rahmani

Am gestrigen Donnerstagnachmittag (20.8.2026) um 17 Uhr haben Eigentümer Willi Kipp mit seiner Tochter Klara, Jahrmarktsbürgermeister Mirko Helmut Kohl und Schausteller-Sprecher Ralf Leonhard das Riesenrad „Eyecatcher“ in Bad Kreuznach auf der Pfingstwiese begrüßt. Gebaut wurde die neue Attraktion in den Niederlanden. Die Fertigstellung erfolgte im November letzten Jahres. Mit einer Höhe von 55 Metern und 42 Gondeln hat das neue Riesenrad im wesentlichen die selben Maße, wie das bisher auf dem Bad Kreuznacher Jahrmarkt eingesetzte „Europarad“.

Aber es ist eben viel moderner. Und vollständig barrierefrei. In jede Gondel passt auch ein Rollstuhl. Den in den Sozialen Medien verbreiteten Eindruck, der „Eyecatcher“ wirke kleiner, als das „Europarad“, erklärte Willi Kipp mit dem Hinweis auf die Speichen. Das Europarad hatte 42 Speichen und wirkte dadurch voller. Der „Eyecatcher“ kommt mit weniger Speichen aus. Ein weiterer wesentlicher Unterschied: der Wasserverbrauch des neuen Riesenrades ist deutlich geringer, als der seines Vorgängers. Denn der „Eyecatcher“ braucht zur Stabilisierung keine Wassertanks mehr.

Das hat Klara prima gemacht.

Statt dessen verfügt er über drei integrierte Mittelbauwagen. Diese werden beim Aufbau nebeneinander gefahren und anschließend hydraulisch zusammengeführt und verschraubt. Für den Aufbau sind alle großen Teile an Ort und Stelle. Ein großer 250-Tonnen-Kran wird nicht mehr benötigt. Ein kleiner Maschinenkran reicht aus. Was Kosten spart und die Umwelt weniger belastet. Auch die Transportkosten werden durch das neue Rad deutlich gesenkt. Von 20 auf nur noch acht Transporter. Was sich auch mit einer Verkürzung der Auf- und Abbauzeit und damit einer erheblichen Kostenersparnis auswirkt.

Willi Kipp bezeichnet den „Eyecatcher“ deshalb als „Rad der Zukunft“. Das gesamte Riesenrad wiegt rund 287 Tonnen. Diese Last wird im aufgebauten Zustand auf vier Unterfallungen verteilt. Angetrieben wird der „Eyecatcher“ von acht energiesparenden Motoren. Diese schweren Bauteile befinden sich unten am Fahrgeschäft. Über Luftbälge werden die Antriebsräder mit einem Druck von 4,5 bar an den Außenkranz gepresst. Auf diese Weise wird das Rad in Bewegung gesetzt. Die gesamte Anlage wird weitgehend vollautomatisch gesteuert.

Ein Computer überwacht unter anderem die Gondeln und sorgt dafür, dass das Riesenrad gleichmäßig beladen wird. Das ist wichtig, weil eine ungleichmäßige Verteilung der Gondeln zu einem Ungleichgewicht führen könnte. Beim alten Riesenrad musste das Personal darauf achten. Beim „Eyecatcher“ können verschiedene Fahrprogramme eingestellt werden. Dazu gehören unter anderem unterschiedliche Einstellungen für nasse und trockene Witterung. Auch unter anderem die Geschwindigkeit. Sollte das System einmal ausfallen, kann die Anlage außerdem manuell bedient werden.

Die Automatisierung reduziert den Personalaufwand erheblich. Beim alten Riesenrad wurden sieben Mitarbeiter während des Betriebs benötigt wurden, beim „Eyecatcher“ reichen ein bis zwei Personen aus. Früher musste beispielsweise an jeder Gondel ein Mitarbeiter stehen, um die Türen zu öffnen und die Fahrgäste beim Ein- und Aussteigen zu unterstützen. Diese Abläufe übernimmt jetzt der Computer. Auch beim Aufbau wird weniger Personal benötigt. Statt rund zehn Mitarbeitern reichen heute sechs Personen aus. Die Anschaffungskosten des „Eyecatchers“ lagen bei knapp acht Millionen Euro.