Zu einem geführten Spaziergang über den Jahrmarkt samt lebendig erzählter erzählt Geschichte und Geschichten des Volksfestes lädt die Gesundheit und Tourismus für Bad Kreuznach GmbH (GuT) am morgigen Donnerstag (20.8.2026) um 18:15 Uhr ein. Riesenrad, Fahrgeschäfte, Lichter, Düfte, die Geräuschkulisse und das unverwechselbare Treiben auf der Pfingstwiese: nicht nur für Bad Kreuznacher ist der Jahrmarkt eine feste Größe im Kalender.

Doch wie hat eigentlich alles angefangen? Wer gründete und prägte das beliebte Volksfest – und wie wurde aus einem Vieh- und Krämermarkt die „fünfte Jahreszeit“ der Stadt? Antworten darauf gibt die Stadtführerin Marita Gottschlich bei dem rund zweistündigen Spaziergang „Nix wie enunner – ein Spaziergang über den Jahrmarkt gestern und heute“. Die Führung am Donnerstag, 20. August, lädt dazu ein, kurz vor der Jahrmarktseröffnung in mehr als zwei Jahrhunderte Jahrmarktsgeschichte einzutauchen.
Los geht es um 18:15 Uhr am Originalebrunnen auf dem Kornmarkt. Den dort dargestellten Originalen begegnet man bei der Straßenbenennung im Jahrmarktsdorf auf der Pfingstwiese wieder. Von dort führt der Weg „enunner“ Richtung Festplatz – und zugleich zurück in eine Zeit, in der Gasthöfe noch Ross und Reiter beherbergten, Gaslicht auf dem Jahrmarkt die Nacht zum Tag machte und die Besucher später mit der „Elektrischen“ zum Festplatz fuhren.
Die Anfänge des Bad Kreuznacher Jahrmarkts reichen bis ins Jahr 1810 zurück. Damals rief Carl Joseph Burret einen dreitägigen Vieh- und Krämermarkt ins Leben, der zusätzliche Einnahmen für die Stadtkasse bringen sollte. Aus diesen bescheidenen Anfängen entwickelte sich über die Jahrzehnte ein Volksfest, das heute während seiner fünf Tage Hunderttausende auf die Pfingstwiese lockt. Bei der Führung geht es jedoch nicht nur um Jahreszahlen.
Geschichten, Erinnerungen und Kreuznacher Originale lassen den Jahrmarkt vergangener Zeiten lebendig werden. Persönlichkeiten wie das „Gänsje“, der Humorist Jakob Thon oder der „Quacke Nick mit seiner Jahrmarksbrigg“ gehören ebenso dazu wie der Wandel der Attraktionen und Gastronomiebetriebe. Dabei werden auch dunkle Kapitel der Jahrmarktsgeschichte nicht ausgespart: 1938 wurde der Jahrmarkt für „judenfrei“ erklärt und jüdische Händler und Krämer ausgeschlossen.
Besonders spannend ist der Blick auf die Schaustellerwelt: Während im 19. Jahrhundert Panoramen von fernen Ländern gezeigt und auch Menschen und Tiere zur Schau gestellt wurden, sorgen heute moderne Technik und spektakuläre Fahrgeschäfte für Nervenkitzel. So macht der Spaziergang deutlich, wie sehr sich der Jahrmarkt verändert hat – und warum er dennoch seit Generationen ein besonderer Bestandteil des Bad Kreuznacher Lebens geblieben ist.
Anmeldungen zur Führung bei der Touristinformation Bad Kreuznach, touristinfo@bad-kreuznach-tourist.de, (0671) 83 600 50, die Teilnahmegebühr beträgt 10 € (mit Gästekarte 8 €). Anmeldungen auch unter www.ticket-regional.de
Quelle: Gesundheit und Tourismus für Bad Kreuznach GmbH (GuT)
