Richtig ist, dass zwar nur eine Minderheit der Deutschen Anfang der dreißiger Jahre die Nazis gewählt hat. Und die Machtergreifung der braunen Brut nur möglich war, weil sich im Denken des 17. und 18. Jahrhunderts wohlfühlende ältere Herren anderer Parteien dies selbstgefällig und eingebildet ermöglichten. Aber danach hat eine Mehrheit der damaligen Deutschen den Traum vom Herrenmenschen mitgeträumt. Mindestens bis zum Beginn des II. Weltkrieges.

Um so wichtiger ist es auch heute die wenigen Deutschen zu ehren, die aktiv Widerstand geleistet haben. Im Naheraum zählt dazu der in Pferdsfeld geborene Paul Schneider, der von den Nazis wegen seiner kompromisslosen Haltung im KZ Buchenwald zu Tode gequält wurde. Und mit seinem Opfer gezeigt hat, was Widerstand bedeutet. Bundesweit bekannt ist der Rechtsanwalt Hans Litten.
Dem gelang es, Adolf Hitler in einem Zeugenverhör in Widersprüche zu verwickeln. Und aufzuzeigen, dass der spätere Massenmörder und Kriegstreiber ein nur mäßig begabter Kleingeist war. Was Millionen Deutsche damals nicht daran hinderte, Hitler als Führer zu verehren. Hans Litten wird in Bad Kreuznach seit einigen Wochen mit der Benennung eines Weges geehrt, der durch den Bürgerpark zum Justizzentrum in der John-F-.Kennedy-Strasse führt.
Der Vorschlag dazu kam vom örtlichen Verein der Rechtsanwälte. Bei der feierlichen Einweihung der Hans-Litten-Weg-Schilder waren die Unterschilder mit den wichtigen Erläuterungen zur Person nicht montiert, weil sich auf diesen der Fehlerteufel intensiv ausgetobt hatte. Gleich zwei Mal in Folge (tourismusbeitrag-so-nicht.de berichtete). Jetzt sind diese montiert. Und geben Auskunft zum Namensgeber und seinem Schicksal.
