Die Bekämpfung des Ende Juni bei Traisen ausgebrochenen Waldbrandes hat vor Ort Diskussionen ausgelöst. Ja, es hat Falschinformationen und Fehleinschätzungen gegeben. So die Aussage der Landrätin am Tag nach dem Ausbruch des Brandes mit der Behauptung, das für die Anmeldung einer europäischen Schutzzone angemeldete Naturschutzgebiet brenne nieder. Auch der Umstand, dass der Eigentümer des hauptbetroffenen Waldbereiches, die Stadt Bad Kreuznach erst nach Löschung amtlich bekanntgegeben wurde, war suboptimal.

Aber die Kritik an verschiedenen feuerbekämpfungstaktischen Vorgehensweisen stellt sich im Nachhinein als weit überwiegend unzutreffend heraus. Und viele der getroffenen Entscheidungen als richtig. Das wird in diesen Tagen durch die Berichterstattung über den wesentlich größeren Brand im Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen deutlich. Auch dort wurde lagebedingt ein Ort evakuiert. Auch wenn die Rückkehr schon kurze Zeit wieder möglich war. Weil Sicherheit eben vor Komfort geht. Eine Parallele betrifft auch die Probleme der Brandbekämpfung, die sich aus der Belastung des Bodens mit Kampfmitteln aus dem II. Weltkrieg ergeben.
Auch bei der Bekämpfung des Hürtgenwald-Brandes werden Brandschneisen geschlagen, ganze Felder umgezackert und Riegelstellungen aufgebaut. Für einen wesentlichen Unterschied bei der Brandbekämpfung am Rotenfels und in NRW ist nicht die Einsatzleitung der Kreisverwaltung, sondern der Kampfmittelräumdienst der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) verantwortlich: während im Hürtgenwald in den ersten Tagen trotz Kampfmittelbelastung Hubschrauber zur Löschung eingesetzt wurden, hat die ADD das bei Traisen verboten.
