Die Ochsenbrückenbrücke, die Landfuhrbrücke und die Wilhelmbrücke sind die drei wichtigsten Brücken der Stadt. Obwohl die Wilhelmbrücke schon gut 120 Jahre alt ist und manchem Hochwasser trotzen musste, muss man sich um deren Standsicherheit die wenigstens Gedanken machen. Weniger gut sieht es um die viel jüngere Landfuhrbrücke aus. Zwar ist ein Abriss vorerst vom Tisch. Aber dringende Sanierungsmaßnahmen stehen an. Für die ist es bei der Ochsenbrücke längst zu später. Die besteht bekanntlich aus zwei Teilen. Der älteren, traditionell errichteten Brücke.

Und einer bahnhofsseits beigestellten Behelfskonstruktion, über die die beiden Fahrspuren stadteinwärts geführt werden. Deren beim Bau geplante Lebenszeit ist lange abgelaufen. Sie müsste schon längst ersetzt sein. Daher ist der Neubau der Ochsenbrücke beschlossene Sache. In der Bauzeit soll eine Behelfsbrücke den innerstädtischen Verkehrsinfarkt vermeiden helfen. Federführend ist der Landesbetrieb Mobilität (LBM). Dessen Planungen kamen jahrelang nicht voran, weil der Stadtrat seit Jahrzehnten eine endgültige Beschlussfassung zur sogenannten Ost-West-Trasse verweigert.

Vor gut einem Jahr hat der LBM die Sache nun selbst in die Hand ge- und eine konkrete Projektplanung vorgenommen. Dabei hat sich die Deutsche Bahn AG als weiterer Verzögerungsfaktor erwiesen. Die DB träumt seit rund einem halben Jahrhundert von der Elektrifizierung der Nahestrecke. Konkret wurde natürlich in all diesen Jahren nichts. Bahnquerungen sind ohne Zustimmung der Bahn unzulässig. Und die Bahnverantwortlichen haben ein dickes Fell, eigentlich einen Panzer. Der weder durch die Kritik an den ständigen Verspätungen noch durch totales Projektversagen wie bei Stuttgart 21 auch nur angekratzt wird.
Für die Einwohner*Innen der Stadt und ihre Gäste birgt die Verschleppungstaktik der DB ein erhebliches Risiko. Nämlich das des Ausfalls des Anbauteils der Ochsenbrücke. Ohne vorher errichtete Behelfsbrücke. Für diesen Fall ist das innerstädtische Verkehrschaos vorprogrammiert. Weil der Bahnübergang Rheingrafenstrasse, die Lämmerbrücke und die beiden Viadukte in der Wöllsteiner und der Industriestrasse das dann umzuleitende Verkehrsvolumen nicht aufnehmen können. Daher sind technische Veränderungen an der Ochsenbrücke sensibel zu beobachten und zu bewerten.
Eine solche hat die tourismusbeitrag-so-nicht.de-Redaktion am Mittwoch dieser Woche (12.8.2026) festgestellt. Nämlich eine erhebliche Vibration des westlichen Gehweges, wenn auf der altersschwachen Beistellbrücke Autos stadteinwärts fahren. Zudem klappert seit einigen Tagen eine der Metallplatten, die den Gehweg bilden. Diese unverzüglich an den LBM weitergegeben Feststellungen wurden von dessen Fachleuten am 13.8.2026 sofort vor Ort überprüft.
Als Ergebnis steht für den LBM fest, dass ausgeschlossen werden kann, dass „erkennbare Konstruktionsteile und Verschraubungen des Fußgängerstegs beschädigt sind oder sich Teile gelockert oder gar gelöst haben“. Der LBM führt weiter aus: „weiterhin konnte bei der Inaugenscheinnahme festgestellt werden, dass die angesprochenen Metallplatten des Fußgängerstegs (Seite Bahnhof) etwas „Spiel“ haben. Sie sind jedoch fachgerecht fixiert, weshalb ein Herausfallen, Hochklappen oder Wegrutschen ausgeschlossen werden kann“.
Um dann die beruhigenden Feststellung zu Treffen: „eine akute Gefahr für die Fußgänger konnte bei der Besichtigung nicht festgestellt werden“. Nach Einschätzung des LBM rühren die „Vibrationen in erster Linie von der Fahrbahn der Straßenbrücke her, weil die beschichteten Fahrbahnstahlbleche durch Abnutzung fast „blank“ sind und die damit einhergehende Unebenheit bei der Überfahrt schwerer Fahrzeuge zu stärkeren Schwingungen und Vibrationen führen kann“. Um ganz sicher zu gehen, wird der LBM eine zeitnahe Bauwerksprüfung veranlassen.
