Gefahr für Vögel im Garten

Gastbeitrag von
Jutta Beiser (Naturschutzgruppe Nahe)

Es ist für viele Vögel und andere Tiere in der derzeitigen Hitzephase überlebenswichtig flache Wasserschalen zur Verfügung zu stellen. Verantwortungsbewusste Grundstücksbesitzerinnen und -besitzer sollten jedoch unbedingt gründliche Hygienemaßnahmen beachten, damit diese gute Absicht nicht zur tödlichen Falle wird. Die sommerlichen Temperaturen laden viele Gartenbesitzer dazu ein, Vögeln und anderen Wildtieren Wasserquellen im Garten bereitzustellen.

Es muss kein Luxusmodell sein, wie diese Tränke von Kaufland. Wichtig ist der Wasserwechsel.

Doch gut gemeinte Hilfe kann schnell zur tödlichen Gefahr werden. Experten warnen vor der Entstehung von Botulismus in kleinen, stehenden Gewässern wie Blumenuntersetzern, Regentonnen oder schlecht gepflegten Vogelbädern. Botulismus wird durch das Bakterium Clostridium botulinum ausgelöst. Dieses Bakterium vermehrt sich besonders schnell unter Luftabschluss in warmem, organisch belastetem Wasser. Wenn Blätter, Erde oder Vogelkot in flachen Blumenuntersetzern landen.

Und das Wasser tagelang in der Sonne steht, sinkt der Sauerstoffgehalt. Es entstehen ideale Bedingungen für die Erreger, die ein hochwirksames Nervengift produzieren. Nehmen Gartenvögel wie Amseln, Meisen oder Spatzen dieses vergiftete Wasser auf, führt das zu schweren Lähmungserscheinungen. Betroffene Tiere können oft flugunfähig werden, den Kopf nicht mehr aufrechthalten oder sterben im schlimmsten Fall an Atemlähmung.

Oder durch Ertrinken in der flachen Tränke. Um die gefiederten Gartenbesucher effektiv zu schützen, reichen einfache Vorsichtsmaßnahmen aus. Blumenuntersetzer, die als Tränke genutzt werden, sollten täglich gründlich gereinigt und mit frischem Wasser befüllt werden. Auf den Einsatz von chemischen Reinigungsmitteln sollte dabei verzichtet werden; heißes Wasser und eine saubere Bürste genügen.

Zudem empfiehlt es sich, die Gefäße im Schatten aufzustellen, um eine zu starke Erwärmung des Wassers zu verhindern. Wer bereits sichtlich kranke oder gelähmte Vögel im Garten findet, sollte die Wasserstellen sofort entfernen, um eine weitere Ausbreitung zu stoppen, und eine lokale Wildtierauffangstation kontaktieren. Mit täglicher Hygiene und Aufmerksamkeit lässt sich das Risiko minimieren, sodass der eigene Garten eine sichere Oase für Wildvögel bleibt.