Die Zukunft des Bad Kreuznacher Bäderhauses als Luxus-Sauna in Trägerschaft der städtischen Bad GmbH ist spätestens Mitte kommenden Jahres Geschichte. Der Finanzausschuss hat am gestrigen Montagabend (10.8.2026) einmütig die Schließung der im Jahr 2000 eröffneten Saunaanlage bis spätestens zum 30.6.2027 beschlossen. Der von Oberbürgermeister Emanuel Letz unterschriebene Verwaltungsvorschlag terminierte das Bäderhaus-Aus auf die Zeitspanne vom 31.3. bis zum 31.12.2027. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Manfred Rapp beantragte das Vorziehen der endgültigen Betriebseinstellung auf den 30. Juni 2027.

Die noch neun Vollzeitarbeitskräfte im Bäderhaus erhalten Angebote für einen Ersatzarbeitsplatz in der Unternehmensgruppe Bad Kreuznacher Stadtwerke. Anders als beim letzten Schließungs-Vorstoß vor über 10 Jahren, als noch von bis zu 30 betroffenen Arbeitsplätzen die Rede war und deren Wegfall insbesondere von SPD und CDU öffentlichkeitswirksam als Gegenargument zum Stopp einer weiteren Steuergeldverbrennung herausgestellt wurde, tauchte der Verlust von Arbeitsplätzen in den Diskussionsbeiträgen gestern nicht ein einziges Mal auf.
Nichts zu hören gabs gestern von Wilhelm Zimmerlin. Der BüFEP plus-Fraktionsvorsitzende saß stumm dabei, als Kommunalpolitiker für Kommunalpolitikerin die Bäderhaus-Schließung als alternativlos darstellten. Und die Gründe für den persönlichen bzw den Meinungswechsel der jeweiligen Fraktion wortreich darlegten. Dabei hörte Zimmerlin teils auch Argumente, die ihn und sein BüFEP bereits vor 15 Jahren zum Schließungsaufruf für das Bäderhaus motivierten. Zig Millionen Euro wurden allein in diesen Jahren verplempert von Verantwortlichen, die heute den Kritikern von damals im Ergebnis zustimmen.
Nicht ganz so zurückhaltend-bescheiden war Jürgen Locher. Der Stadtrats-Linke erinnerte an seinen Schließungsantrag vom April 2012. Ohne jedoch auszuführen, warum er in den 14 Jahren danach den jährlichen Subventionsmillionen weniger Aufmerksamkeit schenkte, als etwa Strassenbaumpflanzungen. In einigen Details wurde die massive öffentliche Kritik an der Faktenverweigerung in der Beschlussvorlage des Oberbürgermeisters in der Finanzausschusssitzung gestern konstruktiv aufgegriffen. So wurde etwa die mit der Bäderhaus-Schließung erreichbare Einsparung konkret auf 750.000 Euro beziffert. Im Jahr.
Auch andere konkrete Projektdetails wurden mündlich vorgetragen. So will die Stadt für die Bäderhaus-Immobilie einen Investor suchen. Und zwar für das komplette Anwesen inklusive der Kolonnaden. Dabei soll nicht der Preis im Vordergrund stehen, sondern die spätere Nutzung. Und klar ist auch: in Folge der Bäderhaus-Schließung wird es keine Senkung der Parkgebühren geben. Obwohl es ja ausdrücklich die Erhaltung der Bäderlandschaft war, die zu den entsprechenden Stadtratsbeschlüssen am 27.5.2025 führte. Vor nicht mal 15 Monaten wurde die Bäderhaus-Schließung von den heutigen Befürwortern noch vehement zurückgewiesen (weitere Beiträge kommen).
