Die Bad Kreuznacher Ärztin Najiba Behmanesh ist Anfang August für zwei Wochen nach Afghanistan gereist, um die Projekte des Vereins „Afghanistan – Hilfe die ankommt e.V.“ zu besuchen, Patient*innen zu behandeln und sich über die Lage im Land unter der Taliban-Herrschaft zu informieren. Mit dabei ist in diesem Jahr die Afghanistan-Expertin Dr. Katja Mielke vom Bonn International Center for Conflicstudies (BICC).

Sie wird in Gesprächen und Begegnungen in der Provinz Baghlan und in Kabul die aktuellen Entwicklungen im Land und vor allem die Lage von Frauen unter der Herrschaft der Taliban untersuchen. Bei der Reise wollen die beiden Frauen auch Brunnenbauprojekte in der Umgebung der Stadt Pul-e-Khumri in der Provinz Baghlan besuchen. Einige Dörfer sind immer noch ohne Trinkwasserversorgung, die Kinder müssen oft mehr als eine Stunde laufen, um Wasser zu holen.
Sie gehen deswegen meist nicht zur Schule. Aufgrund der auch in Afghanistan massiven Auswirkungen des Klimawandels wird der Zugang zu Trinkwasser eine zunehmende Herausforderung, die Brunnen müssen oft mehr als 100 Meter in die Tiefe gebohrt werden. Najiba Behmanesh will auch klären, wie durch Baumpflanzungen und Zisternen die Speicherung von Regenwasser verbessert werden kann. Der Verein sichert zudem über Patenschaften das Überleben von 90 bedürftigen Familien, in denen keine männliche Person arbeiten kann und die Frau sich um die Kinder kümmert.
Sie erhalten monatlich Geld für Lebensmittel, Bedingung für die Hilfe ist, dass die Kinder die Schule besuchen. Najiba Behmanesh wird mit diesen Familien sprechen und die Hilfen neu ausrichten. Auch bei dieser Reise behandelt die Ärztin Najiba Behmanesh chronisch und akut erkrankte Menschen, verteilt Medikamente und organisiert Behandlungen in Kliniken, in Kabul, oft in Zusammenarbeit mit Dr. André Borsche von Interplast Germany e.V.
Quelle: Siggi Pick, 2. Vorsitzender Afghanistan – Hilfe die ankommt e.V. Bad Kreuznach
