Sie sind überall im Stadtgebiet zu sehen. In der Fußgängerzone lösen sie die heftigsten Reaktionen der betroffenen Passanten aus. Rasende E-Scooter-Fahrer. Zumeist Jugendliche und junge Erwachsene, die ihre Freude über die für sie anstrengungslose Mobilität dynamisch, leider immer wieder auch rücksichtslos, ausleben. Die Gefahr für sich selbst sehen die jungen Leute altersbedingt nicht. Den Ärger für die anderen wird bewusst in Kauf genommen. Oder er wird bedingt durch Erziehungsdefizite nicht realisiert.

Für diese späteren Autofahrer*Innen ist das natürlich eine sehr schlechte Vor-Fahr-Schule. In anderen Städten wird darauf mit einer massiven konzertierten Aktion von Polizei und Ordnungsamt reagiert. Nicht an einem Nachmittag, wie in Bad Kreuznach. Sondern in einem mehrtägigen Programm. Denn es sind nicht hunderte, die tagtäglich falsch fahren. Sondern einige wenige Dutzend, die ohne wiederholte verkehrsrechtliche „Nachschulungen“ ihr Verhalten nicht ändern werden. Wie bei jedem Innenstadtbesuch zu sehen ist.

Und an den mit zwei Personen besetzten E-Scootern besonders deutlich wird. Auch die Strafen sind – trotz aller Reformen im deutschen Rechtsystem – vollkommen unpassend. Helfen würden nicht höhere Geldstrafen oder „Sozialstunden“, sondern der zunächst befristete Einzug der E-Scooter. Und Fahrverbote. Deren Dauer sich bei weiteren Verstößen verdoppelt. Das in Verbindung mit massiven Kontrollen würde das Problem in wenigen Monaten lösen. Aber offenbar haben alle Beteiligten daran kein Interesse. Sondern jammern lieber.
