Am gestrigen Dienstag (4.8.2026), möglicherweise auch noch heute, ist eine von mehreren Ursachen der Abfallmisswirtschaft und der illegalen Müllablagerungen ausgerechnet auf dem Gehweg vis-a-vis der Kreisverwaltung zu sehen. Die Verantwortlichen müssen nur aus ihren Dienstzimmern schauen: eine überfüllte schwarze Tonne. Zusätzlich mit einer erheblichen Menge Beistellungen in Form von Säcken versehen. Obwohl der Grundstücksinhaber und seine Mieter nur für 1.100 Liter bezahlen (also per Gebührenbescheid – andere „nützliche Aufwendungen“ sind nicht dokumentiert), wird fast die doppelte Menge Restmüll entsorgt.

Die Differenz zur bezahlten Menge wird von jenen braven Hausbesitzer*Innen – unfreiwillig und ungefragt – getragen, die mehr Tonnenvolumen bezahlen, als sie in Anspruch nehmen. Mit seiner unmoralischen und auch rechtswidrigen Handlungsweise macht der Kreis die Ehrlichen einmal mehr zu den Dummen. Das in vielen Fällen zu geringe Tonnenvolumen ist seit mehr als zehn Jahren amtlich gut dokumentiert. Und kann an den Leertagen der schwarzen und und braunen Tonnen überall in der Bad Kreuznacher Innenstadt (aber auch im Gewerbegebiet) besichtigt werden. In Form übervoller Tonnen mit Beistellungen.
Natürlich sind zunächst einmal die Grundstücksbesitzer*Innen dafür verantwortlich. Denn diese haben gemäß Abfallsatzung ein ausreichend großes Tonnenvolumen zu bestellen. Wenn sich der Deckel nicht schließen lässt (reinpressen ist verboten), ist die Tonne zu klein. Mehr Tonnenvolumen kostet aber mehr Gebühr. Also haben weder Eigentümer noch Mieter daran Interesse. Und überfüllen mit erschreckender Selbstverständlichkeit die Tonnen und packen tüten- und kartonweise Übermengen dazu. Oder stellen die über das Tonnenvolumen hinausgehenden Mengen an öffentlichen Abfalleimern ab. Und an den Sammelcontainern.
Im zweiten Schritt steht der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) der Kreisverwaltung in der Verantwortung. Dieser müsste laut Abfallsatzung jenen Grundstückseigentümer*Innen, deren Tonnenvolumen nicht ausreicht, mehr Tonnen auch gegen deren Widerstand gebührenpflichtig zuordnen. Aber das macht Arbeit in den Amtsstuben. Darauf hat nicht jede(r) Bock, der-die-das sich mit Steuern und / oder Gebühren bezahlen lässt. Ärger müssen diese öffentlich Bediensteten nicht fürchten. Die Masse der ehrenamtlichen Kommunalpolitiker*Innen etwa im zuständigen Kreistag, der die Abfallsatzung beschlossen hat und deren Einhaltung kontrollieren müsste, ist mit solchen Themen überfordert.
Obwohl krasseste Missstände amtlich bekannt sind, geschieht dort … nichts. Und außer bei tourismusbeitrag-so-nicht.de werden die Zusammenhänge von niemandem dargestellt. Weil man sich damit nur Feinde, aber keinen einzigen Freund macht. Denn die bequem-träge-faule Bevölkerung jammert zwar ständig über Steuern, Abgaben und steigende Ausgaben. Tut aber nullkommanichts, um die Gründe dafür zu beseitigen. Etwa das zu geringe Tonnenvolumen. Sondern träumt hemmungslos von gebratenem Geflügel, das idealerweise ins gierig weit aufgerissene Maul fliegt. Denen kann man nur sagen: träumt weiter – und zahlt.
