Mittlerweile ist der Berg der Ausreden, mit denen die Verantwortlichen den Einwohner*Innen zu erklären versuchen, warum die illegalen Müllablagerungen im Stadtgebiet weder verhindert noch aufgeklärt werden können, fast so hoch wie die Abfallablagerungen selbst. Die amtliche Tatenlosigkeit führt dazu, dass immer mehr Menschen den leichten Weg gehen. Und ihren Dreck einfach an öffentlichen Gehwegen, Strassen und Plätzen ablegen (siehe den gesonderten Bericht in der heutigen Ausgabe).

Die Altglascontainer sind dabei nur einer der Tatorte. Aber ein aufschlussreicher. Weil Altglas auch von einfach Strukturierten als Abfall identifiziert wird. Also findet in den Köpfen dieser Zeitgenossen eine Milchmädchenrechnung statt: Müll bringt man zum Abfall. Ein Grund, warum der korrekte Entsorgungsweg nicht eingehalten wird, vor allem bei Sperrmüll und Elektrogroßgeräten: der legale Entsorgungsweg ist viel zu aufwändig. Wer kein geeignetes Transportmittel besitzt, kann nicht selbst zu einem der vier Wertstoffhöfe des Kreises fahren.


Zumal man dort aufwändig einen Termin machen muss. Es ist doch kein Zufall, dass seit der totalen Abschaffung der Abgabemöglichkeit ohne vorherige Terminvereinbarung die illegalen Müllmengen gestiegen sind. Und das Sperrmüllabholsystem des Kreises ist für die Entsorgungsfirmen und die Mitarbeiter*Innen des Abfallwirtschaftsbetriebes (AWB) gemacht, nicht für die Nutzer*Innen. Deren Bedürfnisse und Interessen spielen – obwohl sie alles bezahlen – keine Rolle. Der erhebliche Teil der Bevölkerung, der nicht internetaffin ist, bleibt ohnehin ausgeschlossen.



Und das derzeitige Angebot eignet sich nur für Menschen, die planvoll agieren. Obwohl die Mängel offensichtlich und auch für nicht Hochbegabte leicht zu erkennen sind, werden diese Fakten seit Jahren von der Kreisverwaltung geleugnet und von den Kommunalpolitiker*Innen ignoriert. Weil eine echte Lösung Arbeit und Mühe machen würde. Die wachsende Verärgerung in der Bevölkerung und der massive Vertrauensverlust in öffentliche Verwaltung wird aus Bequemlichkeit billigend in Kauf genommen.

