Als der spätere Oberbürgermeister Andreas Ludwig vor 30 Jahren als Beigeordneter Bad Kreuznacher Baudezernent war, drückte er seinen Frust über verwaltungsinterne und gesellschaftliche Widerstände bei der Weiterentwicklung der Stadt oft mit einem Goethe-Zitat aus: „auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen“. Der sich in diesen Worten ausformende konstruktive Umgang mit Problemen fehlt heute in der Nahe-Metropole an allen Ecken und Enden.

Aber nicht vollständig. Ein positives Beispiel, wie einem von anderen zugemutete Belastungen zumindest plakativ umgemünzt werden können, liefert in diesen Tagen das Modehaus Stenger. Die Hochstrasse ist derzeit eine einzige große Baustelle. Autos können sie nur noch einspurig und stadteinwärts befahren. Die Gehwege sind durch Sperrbaken auf ein Minimum reduziert. Niemand möchte sich dort aktuell gern aufhalten.

Nicht einmal die Bauarbeiter. Die aus diesem Grund immer früh am Nachmittag Feierabend machen. Die Publikumsfrequenz für die Geschäfte ist also niedrig. Worauf das Modehaus Stenger nicht mit dem geschäftsüblichen Gejammer reagiert. Sondern mit einer pfiffigen Werbeaktion. Mit dieser Art aktiver und erfolgsorientierter Geschäftstüchtigkeit kann die Stadt wieder nach vorn gebracht werden.
