Am Freitag vergangener Woche stellte die Stadt an mehreren Zufahrten zum Stadtwald auf dem Kuhberg unangekündigt Sperrbaken auf. Eine Information über die Hintergründe erfolgte nicht (tourismusbeitrag-so-nicht.de berichtete). Die diesbezügliche Sprachlosigkeit der Stadt sorgte am Wochenende für deutliche Kritik aus der Bevölkerung. Darauf reagierte die Stadtverwaltung am gestrigen Montagmittag (20.7.2026) mit einer Presseerklärung. Darin wird die Maßnahme wörtlich so begründet.

„Die anhaltende Hitze und Trockenheit lassen die Waldbrandgefahr derzeit deutlich ansteigen“. Eine Aussage, die in krassem Gegensatz zu den amtlichen Waldbrandwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) steht. Demnach ist die Waldbrandgefahr bereits in der vergangenen Woche – auch wegen der Regenfälle – auf die zweitniedrigste Stufe gesunken. Zudem geht die Stadt mit keinem Wort auf die Tatsache ein, dass sie in den zwei tatsächlich besonders heißen Wochen nach dem Waldbrand am Rotenfels keine Schutzmaßnahmen ergriffen hat.


Damals warnte der DWD mit der zweithöchsten Gefahrenstufe. Wieso bei Gefahrenstufe 4 wochenlang nichts passierte, nach der Herabstufung auf Gefahrenstufe 2 aber Strassensperrungen erfolgten, wird von der Stadt nicht erklärt. Und von Leser*Innen z.B. als „hirnloser Aktionismus“ kritisiert. Zudem sind zwischenzeitlich die Tageshöchsttemperaturen um bis zu 12 Grad gesunken. Vollkommen nachvollziehbar sind dementgegen – unabhängig von der aktuellen Lage – die von der Stadt mitgeteilten Verhaltensregeln.
Diese wurden allerdings von verantwortungsbewussten Waldbesucher*Innen bereits bisher schon beachtet. Weil ein denkfähiges Lebewesen gar nicht auf die Idee kommt, etwa im Wald zu grillen, offenes Feuer zu betreiben oder zu rauchen. Die moralisch und intellektuell behinderten Zeitgenossen, die dies trotzdem tun, wird auch die Kontrollankündigung der Stadt nicht abschrecken. Siehe rechtswidriges Linksabbiegen, Einbahnstrassen- und Durchfahrtsverbotsleugung pp.
Die Presseerklärung der Stadt „Sperrung von Zufahrtswegen aufgrund erhöhter Waldbrandgefahr“ im Wortlaut:
Die anhaltende Hitze und Trockenheit lassen die Waldbrandgefahr derzeit deutlich ansteigen. Aus diesem Grund werden im Bereich des Erholungsgebiets Kuhberg verschiedene Zufahrtswege vorübergehend gesperrt. Die Maßnahme wurde vom Ordnungsamt der Stadt Bad Kreuznach in Abstimmung mit Landesforsten Rheinland-Pfalz sowie der Feuerwehr Bad Kreuznach veranlasst. Die Stadt Bad Kreuznach weist in diesem Zusammenhang gemeinsam mit den zuständigen Fachstellen ausdrücklich darauf hin, dass Forstleute, Feuerwehr und Ordnungsbehörden beim Schutz des Waldes auf die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger angewiesen sind.
Gerade in stark besuchten Erholungsgebieten wie dem Kuhberg ist besondere Vorsicht erforderlich. Auch die Niederschläge der vergangenen Tage haben nicht zu einer nachhaltigen Entspannung geführt. Da weiterhin hohe Temperaturen und trockene Witterung zu erwarten sind, bleibt die Waldbrandgefahr bestehen. Der Bereich am Kuhberg wird trotz der aktuellen Trockenheit weiterhin von zahlreichen Fahrzeugen angefahren. Dabei kommt es immer wieder vor, dass Seitenwege, Zufahrten und auch für Einsatzkräfte wichtige Bereiche blockiert werden.
In einzelnen Fällen sind hiervon auch Löschwasserentnahmestellen der Feuerwehr betroffen, die im Ernstfall unbedingt frei zugänglich sein müssen. Besonders im Bereich „Schäferplacken“ werden Fahrzeuge wiederholt zwischen Bäumen und auf trockenen Grasflächen abgestellt. Angesichts der derzeitigen Hitze und der ausgedörrten Vegetation erhöht dies das Brandrisiko zusätzlich. Zur Beurteilung der Waldbrandgefahr informiert der Deutsche Wetterdienst regelmäßig über den Waldbrandgefahrenindex.
Die Stadt Bad Kreuznach bittet daher alle Bürgerinnen und Bürger, Besucherinnen und Besucher sowie Wanderinnen und Wanderer um besondere Rücksicht und die strikte Beachtung der folgenden Regeln:
# Bitte beachten Sie die eingerichteten Sperrungen.
# Befahren Sie Waldwege am Kuhberg nicht mit dem Fahrzeug.
# Nutzen Sie ausschließlich ausgewiesene Parkplätze. Trockene Grasflächen können sich durch heiße Fahrzeugteile entzünden.
# Halten Sie Zufahrten, Rettungswege und Löschwasserentnahmestellen unbedingt frei.
# Rauchen ist im Wald strengstens verboten.
# Dies gilt auch auf Straßen, die durch Waldgebiete führen. Bitte werfen Sie keine Zigaretten oder glühenden Reste aus dem Fahrzeugfenster.
# Grillen und offenes Feuer sind im Wald und in Waldesnähe verboten.
Das Ordnungsamt der Stadt Bad Kreuznach wird die Einhaltung der Durchfahrtsverbote und der geltenden Regelungen verstärkt kontrollieren. Die Stadt Bad Kreuznach dankt allen Bürgerinnen und Bürgern für ihr Verständnis, ihre Rücksichtnahme und ihre Unterstützung beim Schutz von Mensch, Natur und Wald. Weitere Informationen sowie den aktuellen Waldbrandgefahrenindex finden Sie unter: https://www.wald-rlp.de/de/erleben/waldbesuch/waldbrandgefahr/
