Vor drei Wochen brannten mehrere Hektar Stadtwald im Bereich des Traisener Steinbruches. In den drei Wochen danach erlebte das Naheland eine Hitzewelle. Und eine Einstufung der Waldbrandgefahr in und um Bad Kreuznach durch den Deutschen Wetterdienst (DWD) als „hoch“. Bereits in der Stadtratssitzung am 25.6.2026, also zwei Tage vor dem Ausbruch des Brandes bei Traisen, hatte die Stadt Grillen mit offenem Feuer und Feuerwerk verboten. Weitere Maßnahmen ergriff die Stadt nicht. Bis zum gestrigen Freitagmorgen. Da wurden vom Bauhof rund um den Stadtwald auf dem Kuhberg Sperrbaken aufgestellt.

Ein Teil davon ist mit dem Hinweis versehen „Waldbrandgefahr Radfahrer Frei“. Zum Hintergrund dieser Maßnahme gab es von der Stadtverwaltung bis Redaktionsschluss dieser tourismusbeitrag-so-nicht.de-Ausgabe (Samstag, 18.7.2026 um 6:30 Uhr) keine Pressemitteilung. Eine Erklärung dieses Vorgehens der Stadt wäre allerdings dringend nötig gewesen. Das belegen u.a. mehrere Anfragen und Kommentare von Leser*Innen, die das Konzept der Stadt nicht verstehen. „Vor zwei Wochen, als es furztrocken war, wurde der Wald nicht gesperrt. Jetzt hat es an mehreren Tagen in Folge geregnet – und die stellen Absperrungen auf.

Das passt doch nicht zusammen“, merkt etwa Stephan H. dazu an. Auch die Logik hinter der Platzierung der Absperrungen erschließt sich einigen Betroffenen nicht. So kann man auf der neuen Stadtstrasse neben dem Freizeitgelände mehrere hundert Meter tief in den Wald einfahren. Auch der intensiv von Autofahrer*Innen genutzte Buspark- und wendeplatz westlich des Freizeitgeländes ist nicht abgesperrt. Selbstredend ist die traditionelle Zufahrt zum Waldheim vollkommen offen. Diese Zuwegung (Verlängerung der Panzerstrasse) kann die Stadt gar nicht sperren, weil sie sich in Privatbesitz befindet.

Lediglich die städtischen Parkplätze im Wald am Forsthaus Spreitel sind gesperrt. „Hirnloser Aktionismus ist das,“ ärgert sich Peter K.: „Wochen zu spät, in der Umsetzung stümperhaft. Und wegen der fehlenden Erklärung der Verwaltung unverständlich und ohne Aussicht auf Akzeptanz“. Eine Leserin stellt den Sinn dieser Absperrungen grundsätzlich in Frage. Nach ihrer Einschätzung geht die Waldbrandgefahr nicht von heißen Auto-Bauteilen auf Parkplätzen aus. Weil ja keine Grasflächen beparkt werden. Sondern von „verantwortungslosen Raucher*Innen, die perverser Weise“ ihrer Sucht in der frischen Waldluft frönen. Und „dann noch nicht einmal die Kippen korrekt entsorgen“.
