Illegale Müllablagerungen finden auch außerhalb der Innenstadt statt

Das Thema ist vielschichtig. Seine Wirkung auf die Bevölkerung wurde und wird von den Verantwortlichen vollkommen unterschätzt. In deren Büros ist ja alles sauber und aufgeräumt. Dank von den Einwohner*Innen bezahlten Personal. Die Vermüllung wird zum Symbolthema für die Verärgerung über viele unterschiedliche Missstände in der Stadt. Die Leute zahlen Steuern, Abgaben und Strassenreinigungsgebühren.

Ein aktuelles Leserbild aus Winzenhem. Dort wurden noch gebrauchsfähige Spielsachen am Scheunenplatz abgelegt. Weil die dafür Verantwortlichen keinen anderen Weg kennen – oder dieser ihnen zu kompliziert erscheint -, um eine Anschlussnutzung zu organisieren.

Die Gegenleistung der öffentlichen Hand wird nicht korrekt erbracht. Tatsächlich sehen die Menschen ja, wer es ist, der für den illegale Müllentsorgung verantwortlich ist. Wenn dann die Verantwortlichen Ausreden, Ausflüchte und Entschuldigungen veröffentlichen, wird das von einem wachsenden Teil der Bevölkerung als Provokation empfunden. Dazu kommt ein amtlicher Aktionismus, der skurrile Züge trägt.

An anderen Stellen, wie die beiden Bilder von der Pfingstwiese zeigen, geht es einfach nur darum Sachen loszuwerden, ohne das bürokratische und nutzerfeindliche Entsorgungssystem des Kreises in Anspruch zu nehmen.

Etwa wenn sich Oberbürgermeister Emanuel Letz und Bürgermeister Thomas Blechschmidt für Pressefotos auf dem Kornmarkt mit illegalem Müll präsentieren. Oder die Plakataktion gegen die Vermüllung. Die Leute wissen natürlich, dass diese Showvorführungen nullkommanull der Problemursachen beseitigen. Und so feiert die illegale Müllentsorgung fröhliche Urstände. Überall in der Stadt.