Heute ab 10 Uhr Mahnwache zur Hitze und den ausbleibenden Konsequenzen

Diese Nachricht hat gestern für bundesweites Aufsehen gesorgt: das Robert-Koch-Institut (RKI) hat rund 5.200 Todesfälle auf die Hitzewelle der zurückliegenden Tage zurückgeführt. Eine schockierende Zahl, wenn man diese vergleicht mit den 2.814 Todesfällen, die im gesamten vergangenen Jahr Opfer im Strassenverkehr wurden. Schon mehrere Tage bevor die hitzebedingte Übersterblichkeit amtlich bekanntgegeben wurde, haben die Omas for Future gemeinsam mit der AG Hitze und der AG Mehr Grün in der Stadt für den heutigen Freitag (10.7.2026) zu einer Mahnwache eingeladen.

Quelle: Robert-Koch-Institut (RKI)

Die findet von 10 bis 13 Uhr auf der Alten Nahebrücke Nähe Kornmarkt statt. Die Veranstalter haben dazu folgende Erklärung abgegeben: „die Hitzewelle der vorletzten Woche hat uns in Bad‑Kreuznach und in vielen Regionen Deutschlands und Europas schmerzhaft vor Augen geführt, dass die Klimaerhitzung längst in unserem Alltag angekommen ist. Bei Temperaturen von um die +40 Grad litten viele Menschen, besonders ältere und vulnerable Gruppen, unter gesundheitlichen Belastungen, Kliniken und Pflegeheime arbeiteten an ihrer Belastungsgrenze.

Straßenbeläge rissen auf oder schmolzen dahin und Bahngleise verformten sich, Lieferketten gerieten ins Stocken und Unternehmen spürten Einbußen. Die anhaltende und wohl noch länger andauernde Trockenheit bedroht die Ernteerträge. Diese Ereignisse seien kein einmaliger Ausnahmezustand, sondern das Ergebnis unserer Wirtschaftsweise, unseres Umgangs mit unserem Planeten. Sie sind das Ergebnis unserer menschengemachten Erderwärmung um ca. +1,5 ° Celsius. Unterwegs auf ca. + 3° Celsius, sollten wir schon mal zu begreifen versuchen, was in den nächsten Jahrzehnten auf uns zukommt, geben die Organisatoren der Mahnwache zu bedenken.

Vor diesem Hintergrund sehen sie die geplanten Gesetzesänderungen der Bundesregierung am GEG/GModG, am EEG und am sogenannten Netzpaket in krassem Gegensatz zur Dringlichkeit, mit der erneuerbare Energien incl. Speicherkapazitäten ausgebaut und Netzausbau und -digitalisierung beschleunigt werden müssten. Statt klare Signale für die Wirtschaftlichkeit von Investition zu senden, drohen Regelungen, wie der Redispatch-Vorbehalt, den notendigen Zubau erneuerbarer Energien auszubremsen. Damit würden Chancen vergeben, die regionale Wirtschaft in einem Zukunftsmarkt wachsen zu lassen.

Die Aktion sei mehr als ein stilles Gedenken an die Opfer der Hitze. Sie sei ein Aufruf zum Handeln, eine Mahnung an Politik und Gesellschaft und eine Solidaritätsbekundung mit der jungen Generation. Am selben Tag gehen in vielen Städten junge Menschen im Rahmen von Fridays for Future auf die Straße. Die Seniorinnen und Senioren stehen an ihrer Seite und unterstützen ihre Forderungen nach wissenschaftsbasiertem Klimaschutz.

Da Wirtschaftsministerin Katharina Reiche stattdessen, ungeachtet aller Warnungen aus Forschung und Wirtschaft teuren, klimaschädlichen fossilen Energien Vorrang vor billigeren, sauberen erneuerbaren Energien einräumt, sehen sie in ihrer Entlassung eine notwendige Konsequenz. „Unser Appell richtet sich auch an die CDU. Klimaschutz ist kein exklusives Projekt links-grüner Politik. Der Erhalt unserer Lebensgrundlagen, der Schutz der Heimat und die Bewahrung der Schöpfung sollten eigentlich ureigene Werte christlich-konservativer Politik sein.

Es ist an der Zeit, die Anti‑Grün‑Ideologie zu überwinden und Klimaschutz und Nachhaltigkeit als integrale Bestandteile einer verantwortungsvollen, zukunftsorientierten Politik zu begreifen. Wer konservative Werte ernst nimmt, muss die Zukunftsfähigkeit unserer Infrastruktur und die Gesundheit der Menschen in den Mittelpunkt stellen,“ gibt Hans-Peter Müller, Mitorganisator der Mahnwache zu bedenken. Die Aktion ist zugleich Auftakt der lokalen Energie‑Kampagne der Omas for Future.

Die Umweltaktivisten wollen informieren, vernetzen und konkrete Schritte aufzeigen, wie Kommunen, Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger vor Ort zur Energiewende beitragen können. Praktische Tipps, Informationsmaterialien und Gespräche vor Ort sollen zeigen: Veränderung ist möglich und beginnt im Kleinen. Ob wir die Zukunft passiv erleiden oder aktiv gestalten, liegt an uns allen. Redebeiträge sind heute für 11 Uhr geplant. Bringen Sie Ihre Fragen mit, teilen Sie Ihre Erfahrungen und werden Sie Teil einer Bewegung, die nicht resigniert, sondern handelt“.