Von Claus Jotzo
In Bad Kreuznach hatte die damalige Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer (SPD) im Winter 2019/20 die Meine-Stadt-Eisbahn auf dem Kaufland-Parkplatz über das Rechts- und Stadtbauamt wochenlang verhindert. Unvergessen ist der im OB-Wahlkampf 2022 zum Bumerang mutierte, an Veranstaltungsmanager Andreas Schnorrenberger gerichtete OBin-Spruch, dieser müsse lernen, wo der Hammer hängt. Erst der von tourismusbeitrag-so-nicht.de mit unzähligen Hintergrundinformationen ermöglichte massive öffentliche Druck bewirkte ein Umdenken bei der Stadtchefin.

Die seinerzeit – wie heute ihr Nachfolger Emauel Letz (FDP) – von einer Wiederwahl träumte. Mit Ausnahme von Wilhelm Zimmerlin (BüFEP) und Karl-Heinz Delaveaux (FWG) erhielt das zu 100% privat finanzierte winterliche Freizeitvergnügen keine relevante Unterstützung aus der Bad Kreuznacher Kommunalpolitik. Weshalb Andreas Schnorrenberger diesbezüglich eine schöpferische Pause einlegte. Bis zum Frühjahr 2025. Da bot Schnorrenberger der Stadt dann noch einmal die Veranstaltung einer Freiluft-Echteisbahn an. Standort Pfingstwiese.

In großer Runde wurde viel heiße Luft produziert. Obwohl schon Erstklässler wissen, dass Wärme nicht gut ist für Eis. Lösungen gabs keine. Dafür massenhaft Problemhinweise. Ganz anders ging der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rüdesheim, Markus Lüttger (CDU), die Sache an. Er suchte zunächst einen geeigneten Standort, dann Verbündete und schließlich einen rechtlich gangbaren Weg für das Angebot. Das überzeugte Andreas Schnorrenberger. Und er ließ sich im Herbst 2025 auf die Kooperation ein.

Eine Entscheidung, die er trotz einiger zu bewältigender Hindernisse bis heute nicht bereut. Denn Lüttger und Co standen auch an schwierigen Tagen zu ihren mündlichen Zusagen. Und ermöglichten so für zehntausende von Besucher*Innen ein in der gesamten Region einmaliges Wintervergnügen. In Wallhausen. Die „Landeier“ haben der Stadt gezeigt, wie man etwas für die Menschen vor Ort tut. Um so erfreulicher, dass seit gestern klar ist, dass es im kommenden Winter eine Wiederauflage der erfolgreichen Zusammenarbeit geben wird.
Auch diese wurde zunächst intern seriös vorbereitet. In der Presseerklärung dazu heißt es: „um einen dauerhaften und nicht nur einmaligen Betrieb an diesem Standort zu gewährleisten, wurde seitens aller Verantwortlichen die Sach- und Rechtslage unter Abwägung des öffentlichen Interesses besprochen. Im Ergebnis kann Folgendes festgehalten werden: Bei der Eisbahn mit den angrenzenden Verkaufsständen handelt es sich um einen sogenannten „fliegenden Bau“, der nicht genehmigungspflichtig ist. In der Regel geht man hier von einer Nutzungsdauer unter drei Monaten aus.
Seitens der Verbandsgemeinde Rüdesheim wird eine ordnungsbehördliche Genehmigung erteilt werden. Diese beinhaltet u.a. den Lärmschutz, die Parkmöglichkeiten, den Gastronomiebetrieb, die Bereitstellung von Ansprechpartnern und eines Sicherheitsdienstes sowie die Trinkwasserprüfung. Für das Gelände am und um den Sportplatz in Wallhausen wurde bisher kein Wasserschutzgebiet festgesetzt. Dieses wurde lediglich abgegrenzt. Trotzdem sind sich alle Verantwortlichen bewusst, dass der Schutz des Trinkwassers oberste Priorität genießt.
Von daher werden die Verbandsgemeindewerke Rüdesheim beauftragt, das Trinkwasser regelmäßig zu überprüfen. Sowohl die Eisfläche als auch die Zuleitungen mit Kältemitteln zur Eisfläche müssen so angelegt sein, dass im Falle einer Leckage ein Auslaufen in das Erdreich ausgeschlossen werden kann. Auch hierzu werden die Betreiber behördlicherseits verpflichtet. Abschließend sind alle Beteiligten (Andreas Schnorrenberger, Franz-Josef Jost für den Förderverein des Schwimmbades, Ortsbürgermeister Christoph Jäckel, Bürgermeister Markus Lüttger und Landrätin Bettina Dickes) sehr zufrieden, die Eisbahn auch in der kommenden Saison den vielen begeisternden Menschen in unserer Heimat anbieten zu können.
Wichtig bei diesem Standort waren die Infrastruktur mit unmittelbarer Nähe zur Bushaltestelle, genügend kostenfreie Parkplätze, zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sowie die Kooperation mit vielen Schulen in der Verbandsgemeinde Rüdesheim und im Landkreis Bad Kreuznach“. Es wird also wieder eine Freiluft-Echteisbahn in der Region geben. Weil in diesem Jahr mehr Zeit für die Vorbereitung ist, sicher auch mit speziellen Fahrplan-Hinweisen, wie Kinder und Jugendliche aus der Stadt und den angrenzenden Ortsgemeinden nach Wallhausen kommen.
