Seit rund 30 Jahren haben die Kurhaus-Hotelgäste freien Eintritt in die crucenia therme. In diesem Jahr kostet das die Stadtkasse rund 500.000 Euro. Das ist der Betrag, der aus dem Stadthaushalt an die BAD GmbH gezahlt wird, um dort die diesbezüglichen Einnahmeverluste auszugleichen. Als tourismusbeitrag-so-nicht.de diesen Sachverhalt vor Jahren erstmals berichtete, war bei der Leserschaft erst ungläubiges Staunen die Folge. Und dann eine sehr negative emotionale Reaktion.

Denn die Menschen können aus nachvollziehbaren Gründen nicht einsehen, wieso Stadtverwaltung und Stadtrat in den neunziger Jahren eine derartige Begünstigung beschließen konnten. Diese ist in einem Erbbaurechtsvertrag abgesichert. Und kann daher auch heute trotz deutlich veränderter Rahmenbedingungen von der Stadt nicht einfach so einseitig aufgekündigt werden. Es sind Gespräche und Vereinbarungen mit der Erbpachtnehmerin erforderlich.
In der Stadtratssitzung am 25. Juni 2026 hat Oberbürgermeister Emanuel Letz, leider nichtöffentlich, zum Stand der seit Jahren laufenden Verhandlungen erstmals Details weitergegeben. Demnach herrscht zwischen den Parteien Einigkeit darüber, dass „die Regelung des kostenfreien Zuganges aus dem Erbbaurechtsvertrag herausgenommen wird“. In einer Mitteilungsvorlage (Drucksachennummer 26/662) schreibt Letz weiter: „das Hotel wird die Kosten der Nutzung der Thermen auf die Hotelgäste / Zimmerpreise umlegen müssen“.
Und dann kommt der Haken, den aufmerksame Leser*Innen sicher schon erwartet haben: im Gegenzug soll die BAD GmbH als Betreiberin der crucenia thermen in einem neuen, separaten Vertrag eine Erlösbeteiligung zahlen. „Über die prozentuale Verteilung der Erlösbeteiligung wird aktuell noch verhandelt“. Damit entsteht bei er BAD GmbH allerdings wieder ein Finanzloch. Wie das ausgeglichen werden soll, ist der Mitteilungsvorlage des OB nicht zu entnehmen.
