Von Gerd Cremer
Der Waldbrand bei Traisen ist gestoppt. Aber die Nachsorgearbeiten dauern an. Denn wie die erfahrenen Einsatzkräfte wissen: Feuer ist hinterhältig. Glutnester in Spalten und Löchern im Boden verraten sich nicht immer durch Rauchentwicklung. Weshalb die Einsatzkräfte entsprechende Flächen Quadratmeter für Quadratmeter abgehen, um mit speziellen Waldbrandwerkzeugen Glutnester zu finden und zu beseitigen. Das gleicht einer Sisyphus-Arbeit. Und ist körperlich extrem belastend.

Ist aber alternativlos. Auch wenn der Regen am frühen heutigen Mittwochmorgen gegen 2 Uhr nicht sehr ergiebig war: jeder Tropfen hat geholfen, um die Flächenbrandgefahr in und um Bad Kreuznach einzudämmen. Und im Waldbrandgebiet bei Traisen die letzten Glutnester abzulöschen. Dort wird der seit Samstag vergangener Woche andauernde Einsatz zur Bekämpfung des Vegetationsbrandes auf munitionsbelastetem Gelände fortgesetzt. Auch wenn die Zahl der eingesetzten Kräfte heruntergefahren wird.

So waren in der Nacht vom 29. auf den 30. Juni 2026 rund 650 Menschen im Einsatz, am Dienstagvormittag dann nur noch 450. Der Einsatz ist in mehrere Abschnitte gegliedert und wird durch einen Führungsstab koordiniert. Im Bereich des Waldorfkindergartens Bad Kreuznach und des Funkturms wurden gestern noch Glutnester bekämpft. Dieser Bereich war gesperrt ist. Zur Bekämpfung der schwer zugänglichen, durch Munitionsreste belasteten Flächen, kommt unter anderem ein ferngesteuerter Löschroboter zum Einsatz.

Der versprüht Wasser, um die betroffenen Bereiche kontrolliert herunter zu kühlen. Spezialkräfte der Brandbekämpfungsorganisation @fire unterstützen die eingesetzten Einheiten in der Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung. In Bereichen, in denen keine Gefährdung durch die Munition besteht, löschen sie unter hohem körperlichen Einsatz Glutnester. Im Verlauf des Einsatzes wurde ein Feuerwehrangehöriger verletzt und zur weiteren Betreuung in ein Krankenhaus gebracht.

Die Sicherung der Fläche und der Schutz der Einsatzkräfte stehen für die Einsatzleitung im Vordergrund. Die Versorgung der Einsatzkräfte ist sichergestellt. So werden zum Beispiel Verpflegung und Getränke durch die Hilfsorganisationen bereitgestellt, die Kraftstoffversorgung erfolgt durch das Technische Hilfswerk (THW). Eingesetzte Kräfte werden im Rahmen des Einsatzes regelmäßig abgelöst (weiterer Bericht folgt).

Quellen: Vor-Ort-Termin am Nachmittag des 30.6.2026, Kreisverwaltung Bad Kreuznach (auch ein Bild)
