Gefahrenstelle Friedhofsweg

Einige Beinaheunfälle hat es schon gegeben. Was zu dem makabren Kommentar führte, dass es die Opfer tatsächlicher Schadensereignisse von dort ja nicht weit zu ihrer letzten Ruhestätte haben. Berechtigt ist dieser Hinweis durchaus. Denn dass es dort ohne Veränderung über kurz oder lang mit dramatischen Folgen krachen wird, ist durch die örtlichen Verhältnisse und das Verhalten eines Teils der Radfahrer*Innen vorbestimmt. Dabei ist die Rechtslage eindeutig.

Das Vorfahrt-gewähren-Schild ist unübersehbar, wird aber von vielen Radfahrenden, die den Wirtschaftsweg zum Friedhofsweg hin befahren, mißachtet.

Wer aus Richtung Bornheimer Pfad kommend den Wirtschaftsweg an der südlichen Bosenheimer Ortsgrenze in östliche Richtung von befährt, muss an der Einmündung in den Friedhofsweg allen, egal ob sie von links oder rechts kommen, Vorrang gewähren. Das ist auch entsprechend beschildert. Aber, da sind sich leider viele Auto- wie Radfahrer*Innen sehr verhaltensähnlich, Schilder werden von durchschnittlichen Bad Kreuznacher Verkehrsteilnehmer*Innen lediglich als gut gemeinter Ratschlag verstanden.

Wer den Friedhofsweg ortsauswärts befährt, hat Vorfahrt. Viele der von rechts kommenden Radfahrer*Innen kümmert das nicht.

Den man des eigenen Fortkommens zuliebe gern auch mal in den Wind schlägt. Was an dieser Stelle fatale Folgen haben kann. Denn die dort häufig verkehrenden landwirtschaftlichen Fahrzeuge haben längere Bremswege, als Pkw und Lkw. Zumal die Sicht vom bevorrechtigten Friedhofs- zum Wirtschaftsweg durch eine Trafostation, hochstehende Spontanvegetation und eine Grundstückseinfriedung behindert ist. Stefan Semus vom Sekthaus und Weingut Semus hat daher schon mehrfach auf die Risiken hingewiesen.

Wegen der Trafostation und anderen Sichtbehinderungen können die vorfahrtsberechtigt auf dem Friedhofsweg sich bewegenden Fahrzeugführer*Innen nicht alle verkehrswidrig einbiegenden Radfahrer*Innen rechtzeitig genug sehen, um zu deren Schutz rechtzeitig bremsen zu können.

Und auf Abhilfe gedrängt. So auch in der Sitzung des Bosenheimer Ortsbeirates am Mittwoch vergangener Woche (24.6.2026). Die Antwort der Stadtverwaltung auf frühere Eingaben wurde von Mitgliedern des Gremiums wie Zuhörer*Innen als provozierend empfunden. Denn die Stadt lehnt weitergehende Maßnahmen mit der Begründung ab, die Beschilderung sei eindeutig. Was diese Erklärung einem Radler nutzt, der – aufgrund eines eigenen Fehlers – von einem Mähdrescher erfasst wird oder unter eine Rolle landet, blieb offen.

„Da muss etwas getan werden, um schlimme Unfälle zu verhindern“, forderte Kay Maleton (Faire Liste). Sein Vorschlag: den Bypass Richtung Süden zu einer Verschwenkung ausbauen. Im Salinental würden Radfahrer*Innen so zum Schutz von Würfelnattern zum Anhalten und Absteigen angehalten. Daher müsse eine ähnliche Lösung auch zum Schutz der Radfahrer*Innen vor sich selbst möglich sein. Maleton sprach das Problem und seinen Lösungsvorschlag auch in der Stadtratssitzung am 25.6.2026 an.