Zehntausende Quadratmeter Wald bei Traisen in Flammen – Evakuierung

Am gestrigen Samstagnachmittag (27.6.2026) gegen 14:28 Uhr wurden die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Rüdesheim zu einem Waldbrand in einem Steilhang nördlich von Traisen und dem Steinbruch alarmiert. Das zunächst auf wenige hundert Quadratmeter begrenzte Feuer war wegen der Gegebenheiten der Örtlichkeit nur schwer zu bekämpfen. Und wurde von einem leichten Wind aus südwestlicher Richtung angefacht. Der bereits vorgeschädigte und durch die lange Trockenheit weiter geschwächte Wald wurde immer schneller ein Raub der Flammen.

Gegen 18 Uhr meldete der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rüdesheim, Markus Lüttger, dass bereits 10.000 Quadratmeter Wald ein Raub der Flammen wurden. Am Abend über nahm der Brand- und Katastrophenschutz der Kreisverwaltung die Einsatzleitung. Die seit dem frühen Nachmittag im Einsatz befindlichen Kräfte aus der Verbandsgemeinde Rüdesheim, der Verbandsgemeinde Nahe-Glan und der Stadt Bad Kreuznach wurden durch frische Einsatzkräfte, unter anderem aus den benachbarten Landkreisen Mainz-Bingen und Alzey-Worms sowie aus der Stadt Mainz abgelöst.

Weil der Brandbereich teilweise als als Kampfmittelgebiet aus dem II. Weltkrieg eingestuft ist, mussten die Löscharbeiten vorübergehend unterbrochen werden. Der Kampfmittelräumdienst war und ist vor Ort im Einsatz. Der Kreis hat überregionale Hilfe angefordert. Landrätin Bettina Dickes informierte am späten gestrigen Samstagabend, das in der Nähe des Brandbereiches gelegene Gebäude evakuiert wurden. Und Wasserweitwerfer angefordert und auf dem Weg waren. Zudem unterstützen Kräfte aus zahlreichen rheinland-pfälzischen Landkreisen sowie aus dem Nachbarbundesland Hessen den Einsatz.

Gegen 23:30 Uhr am Samstagabend hatte sich der Brand bereits auf über 20.000 Quadratmeter ausgedehnt. Auch der Bad Kreuznacher Stadtwald im Bereich der Hardt (Richtung Dachskopf) droht nunmehr Schaden zu nehmen. Die Einsatzkräfte nahmen in der Nacht alle verfügbaren Flächen rund um Kauzenberg und Rotenfels für Bereitstellungsräume in Beschlag. Mit schweren Gerät wurden bis in die frühen heutigen Sonntagmorgenstunden Brandschneisen in den Wald geschlagen.

Das Fallen und Bersten der Bäume untermalt vom Dröhnen der Maschinen war in der Bad Kreuznacher Nordstadt und den den Einsatzbereich grenzenden Ortsgemeinden zu hören. Der Brandgeruch war zu diesem Zeitpunkt bereits selbst in den östlichen Stadtteilen Bosenhem, Ippesheim und Planig zu riechen. Gegen 1:30 Uhr am heutigen Sonntagmorgen teilte die Kreisverwaltung mit, dass die Feuerwehr per Lautsprecher die Evakuierung einiger Straßen im nördlichen Teil von Traisen, die sich im 1-km-Radius eines vom Brand betroffenen Kampfmittelgefahrengebiets befinden, angeordnet hat.

Dies sind Rotenfelser Straße, Auf dem Nauberg, Zu den Weinbergen (bis Abzweig Sonnenhang), Gartenstraße, Kirchstraße, Schulstraße, Im Schönblick und Brunnenplatz. Die Räumung musste binnen einer Viertelstunde (!) erfolgen. Kräfte der Polizeiinspektion Bad Kreuznach sichern die Häuser und Grundstücke gegen Betreten durch Unbefugte. Als Notunterkunft steht die Birkenberghalle in Roxheim zur Verfügung. Dort gibt es auch weitere Informationen. Für ältere und gebrechliche Menschen, Mütter mit Kindern unter 3 Jahren sowie Menschen mit Beeinträchtigungen wurden von der Kreisverwaltung Hotelzimmer organisiert (Aktualisierung erfolgt im Laufe des Sonntages).