Die Stadtkasse könnte längst voll sein

Eine öffentlich einsehbare Auswertung, wo im Stadtgebiet welche Parkverstöße von den Kontrollkräften des ruhenden Verkehrs wie geahndet werden, gibt es nicht. Nicht verbergen kann die Stadtverwaltung, dass selbst massivste Parkverstöße nicht zu Knöllchen führen. Tag für Tag bleiben allein im Bereich der Innenstadt hunderte dieser Ordnungswidrigkeiten, die je Fall mittlerweile Bußgelder zwischen 50 und bis deutlich über 100 Euro ermöglichen, ohne jede Konsequenz.

Oft sind es die selben Stellen, an denen keine Knöllchen verteilt werden. Längst machen sich die Leute Gedanken, warum das so ist. Auffällig: fast überall befinden sich Gastronomiebetriebe in direkter Nähe. Deren Gäste sich freuen von den Ordnungskräften unbehelligt rechtswidrig, teils mit Behinderung, parken zu dürfen. Was wiederum die Wirte freut. Die dafür sehr dankbar sind. Einer dieser Fälle spielt sich Anfang dieser Woche vor allen Augen in der Hochstrasse ab.

Dort wurden bis zum Beginn der Baustelle in Höhe Jahnhalle die westlich der Bushaltestelle für Eltern von Grundschulkindern reservierten Parkplätze tagtäglich ab der Mittagszeit von Lieferfahrzeugen eines Lieferservice blockiert. Der tourismusbeitrag-so-nicht.de-Fotograf hat vor zehn Tagen dort eine Szene im Bild festgehalten, bei der ein am Rückwärts-Einparken gescheiterter Lieferservicefahrer im Feierabendverkehr einen Rückstau bis auf die Wilhelmbrücke verursachte.

Samt Hupkonzert. Da war das absolute Halte- und Parkverbot bereits ausgeschildert. Auch in der Hofgartenstrasse könnte die Stadtkasse aktuell gefüllt werden. Dort soll ein Halte- und Parkverbot auf der Nordseite Staus und damit Abgasverpestungen verhindern. Beachtet wird es nicht. Und Knöllchen gibts auch keine. Warum?