Kripo zum Brand bei Remondis: Zündquelle kam über den Müllkreislauf

Am gestrigen Dienstag (23.6.2026) erfolgte die Brandursachenermittlung auf dem Firmengelände des müllverarbeitenden Betriebes Remondis in Welgesheim. Der Brand entstand in einem unzugänglich gelegenen Müllberg von Industrieabfällen. Gemäß Untersuchungsergebnis können eine vorsätzliche Inbrandsetzung oder technische Brandursachen ausgeschlossen werden. Es erscheint sehr wahrscheinlich, dass eine Zündquelle über den Müllkreislauf in den Müllberg gelangte und zu dem Brand führte. Die Zündquelle sowie ein möglicher Verursacher lassen sich aufgrund des Vollbrandes und der großen Menge an Müll nicht mehr ermitteln.

Der Sachschaden beläuft sich auf rund 200.000 Euro. Der Brand bei Remondis war nicht der einzige Einsatz, den die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen in den vergangenen Wochen bewältigen mussten. Manfred Scherer, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen, nimmt das zum Anlass, sich den Rettungskräften öffentlich Lob und Anerkennung auszusprechen:

„Wir können den Einsatzkräften gar nicht genug dafür danken, dass Sie ihre Zeit opfern und letztlich, dies hat die Zahl von 13 verletzten Hilfskräften gezeigt, auch bereit sind, ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, um Einsätze im Sinne unserer Bevölkerung abzuarbeiten“. Für die Bevölkerung sichtbare Einstätze, wie der beim Brand auf dem Remondis-Betriebshof in Welgesheim verdeutlichten sehr eindrücklich, wie notwendig gut funktionierende Hilfs- und Rettungsorganisationen, wie Feuerwehr, THW sowie Sanitäts- und Rettungsdienste sind.

Über 300 Personen der gesamten Blaulichtfamilie kämpften in Welgesheim über viele Stunden gegen die Folgen, die der Brandausbruch mit sich brachte. Und dies in aller erster Linie rein ehrenamtlich, also in der Freizeit. Scherer zeigte sich beruhigt darüber, dass die verletzten Einsatzkräfte nach der Untersuchung und kleinerer Behandlungen im Krankenhaus wieder entlassen werden konnten und keine schlimmeren Folgen eingetreten sind.

Neben den Großeinsätzen, die wegen der starken Wahrnehmbarkeit sehr viel Beachtung finden, weiß der Bürgermeister auch, dass die Organisationen nicht „nur“ gegen große Feuer kämpfen, sondern „im Alltagsgeschäft“ dauernd einsatzbereit sind – an jedem Tag und zu jeder Uhrzeit. Deutlich werde dies an der Vielzahl der Einsätze, die von Samstagmittag, noch vor dem Großbrand, bis zum Montagmittag die Feuerwehren in der Verbandsgemeinde beschäftigten „Unsere Feuerwehren der Verbandsgemeinde mussten neben dem Großbrand in Welgesheim acht weitere Einsätze abarbeiten – also insgesamt 9 Einsätze innerhalb von gerade einmal 48 Stunden.

Die Leistung dahinter ist unglaublich und mehr als beachtlich“. Das Einsatzspektrum reichte dabei von fehlausgelösten Brandmeldeanlagen, über eine Tierrettung und die Unterstützung bei einem medizinischen Notfall bis hin zu einem schweren Verkehrsunfall auf der Autobahn. „Es waren nicht nur die vielen, teils körperlich sehr anstrengenden Einsätze, sondern auch Situationen, in denen die Feuerwehr betroffenen Menschen nicht mehr helfen konnte“, weiß der Bürgermeister.

Dies mache ihn besonders betroffen, da Erfahrungen dieser Art nicht von der Einsatzkleidung abperlen, sondern auch unter die Haut gehen können. „Dass sich unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte diesen körperlichen und seelischen Herausforderungen stellen, gebührt unserer größten Achtung und dem Dank aller“, stellt Scherer klar und verdeutlich weiter:

„Auch mit der Rückkehr zum Feuerwehrhaus endet – egal welche Eindrücke von der Einsatzstelle mitgenommen werden – für unsere Feuerwehrangehörigen die Aufgabe nicht, sondern sie geht so lange weiter, bis alle Fahrzeuge wieder einsatzbereit in den Feuerwehrhäusern stehen“. Diese Nacharbeiten gehen zwar bei kleineren Einsätzen recht schnell. Bei ohnehin zehrenden Großeinsätzen mit regelrechten Materialschlachten können sie aber durchaus Stunden oder sogar Tage andauern.

„Wir wissen – und dies hat auch der Verbandsgemeinderat in der letzten Sitzung zum Ausdruck gebracht – um die hervorragende Arbeit, die unsere Feuerwehren, aber auch die weiteren Hilfs- und Rettungsorganisationen aus unserer Verbandsgemeinde leisten und sind dankbar dafür“. Denn – dies bringt der Bürgermeister auf den Punkt – „ohne Euch würden wir alle bei Bränden, Unfällen oder anderen Unglücken vergeblich auf Hilfe warten. Danke, dass Ihr Euch für uns und unsere Region einsetzt – zu jeder Tages- und Nachtzeit“!

Quellen: Kriminalpolizei Bad Kreuznach und Benjamin Hilger, Geschäftsleitender Beamter der Verbandsgemeine Sprendlingen-Gensingen (auch die zwei Bilder)