Unverständnis für die Katzenschutzverordnungs-Weigerung der Stadt

Im Oktober 2025 hat die Faire Liste die Stadtverwaltung aufgefordert, eine Katzenschutzverordnung zu erlassen. In einer Anhörung Ende letzten Jahres wurden von Vertreter*Innen des Bad Kreuznacher Tierheimes und des Katzenschutzvereines viele Argumente angeführt, die für diesen Vorschlag sprechen. Danach tat sich monatelang nichts. Am vorgestrigen Mittwoch hat die Stadtverwaltung nun eine Beschlussvorlage für die Stadtratssitzung am Donnerstag kommender Woche (25.6.2026) präsentiert, in der die Katzenschutzverordnung abgelehnt wird.

Das hat viele Tierschützer wie ein Schlag vor den Kopf getroffen. Die Empörung und Verärgerung derer, die sich ehrenamtlich um eine Verbesserung für die Tiere bemühen, ist groß. So nimmt etwa Carmen Stoy vom Katzenschutzbund kein Blatt vor den Mund: „das ist ein Witz. Ich würde lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Wir kommen immer mehr an unsere Grenzen, kräftemäßig und auch finanziell. Wir sind im Katzenhaus bis unters Dach voll, vor allem mit Kitten. Und fast täglich kommen Anfragen ob wir noch welche aufnehmen können.

Vielleicht können die Herrschaften, die sich gegen die Verordnung ausgesprochen haben, mal für eine Woche unsere ehrenamtliche Tätigkeit ausüben, damit sie wissen um was es geht. Müssen wir erst mit unseren Kräften am Ende sein, damit Bad Kreuznach wach wird und reagiert?“ Auch Claudia V. ist verärgert: „so eine sinnfreie Erklärung gegen die Verordnung! Wir Tierschützer müssen uns einfach wehren. Kündigt die Fundtierverträge! Glaubt mir, dann geht das schneller als man denkt.

Die Kommunen sind von uns abhängig um das Staatsziel Tierschutz zu erreichen. Wir sind keine Bittsteller, sondern Erfüllungsgehilfen! Da ist es nur Recht und billig uns Rechtssicherheit mit der Katzenschutzverordnung an die Hand zu geben. Verkauft eure ehrenamtliche Tätigkeit hier nicht unter Wert. Die müssen mit dem emotionalen Leid, das wir hier mit unserer Tätigkeit tragen, konfrontiert werden“. Evelyne E. fasst ihre Reaktion in einem Wort zusammen: „unglaublich“. Ähnlich wie Tina S. „unfassbar“.

Corina W. gibt den örtlichen Kommunalpolitiker*Innen den Tipp, den Blick nach Norden zu richten: „wenn unser Stadtrat es nicht kann, sollen sie doch mal in Koblenz nachfragen. Die können es und dort gibt es diese Verordnung bereits. Aber den OB Herrn Letz interessiert es nicht! Unmöglich!“ Elfi B. ein weiteres beispiel an: „seit vielen Jahren im Kreis Euskirchen wirksam das Kastrationsgesetz, Köln folgte kurz danach. Leid vorbeugen! Man sollte den Verantwortlichen mal Bilder zeigen von dem Leid“. Uschi W. ergänzt: „als allererstes sind Katzenhalter in der Pflicht, ihr Tier kastrieren zu lassen“.