Kfz-Zulassung: krasser Unterschied von Stadt- und Kreisverwaltung

Während Wirtschaftsunternehmen zu weitreichender Transparenz gesetzlich gezwungen werden, etwa Bilanzen offenlegen müssen, machen sich staatliche Organisationsformen auf allen Ebenen in Sachen Transparenz eine schmalen Fuß. So müssen die Bürger*Innen ohne jede substantielle Erklärung hinnehmen, dass bei Einwohnerzahl und den Aufgabenstellungen etwa gleich große rheinland-pfälzische Städte bis zu 30% differierende Personalausgaben haben.

Auch die Leistungserbringung kommunaler Gebietskörperschaften fällt tatsächlich sehr unterschiedlich aus. Daten und Fakten dazu werden von den Städten, Gemeinden und Kreisen in vielen Fällen nicht bzw sehr ungern und zögerlich herausgegeben. Dabei zeigen Vergleiche im Einzelfall extreme Unterschiede auf. Beispiel Kfz-Zulassung in Stadt und Kreis Bad Kreuznach. Seit dem 2020 im Rahmen der Corona-Krise die Stadt vom Windhundprinzip auf Online-Terminvergabe umgestellt hat, ist der Wurm drin.

Und teils massive Kritik aus der Einwohnerschaft gegeben. Bis heute hat die Verwaltung nicht erklärt, warum es keine Möglichkeit mehr gibt, fehlende Sprachkompetenz oder Zugang zum Internet und andere Online-Verhinderungen durch Wartezeit vor Ort zu ersetzen. Nicht erst seit dem Umzug der städtischen Kfz-Zulassung aus dem Brückes ins Rathaus sorgte die immer wieder schleppende, teils sogar ausgesetzte Terminvergabe zu Verärgerung bei den Betroffenen.

Ein aktueller Selbstversuch der tourismusbeitrag-so-nicht.de-Redaktion zeigt Unterschiede zwischen den Zulassungsstellen in Stadt und Kreis auf, die es in dieser Form nie geben dürfte. Am gestrigen Montagmittag (15.6.2026) gegen 14 Uhr haben wir zeitgleich einen Termin für eine Ummeldung eines bereits zugelassenen Autos bei den beiden Zulassungsstellen online gebucht. Der Kreis hat den ersten freien am 26.6.2026 um 8:55 Uhr angeboten.

Die Stadt am 13.7.2026 um 8:15 Uhr. In der selben Stadt. Mit der identischen Software. 17 Tage später. Volle vier Wochen nach der Terminbuchung. Unfassbar. Und das ist schon seit rund zwei Jahren so. Wieso gelingt der von Landrätin Bettina Dickes (CDU) geführten Kreisverwaltung eine so deutlich bessere Leistung im Sinne der Bürger*Innen, als der Stadtverwaltung mit Oberbürgermeister Emanuel Letz (FDP) an der Verwaltungsspitze?