Rücksichtslose Egomanen behindern den Verkehr überall in der Stadt

Fakt ist: beim Strassenverkehr in Bad Kreuznach hakt es an allen Ecken und Enden. Die Lösung, die ein Teil der Kommunalpolitik je nach parteipolitischer Perspektive diesbezüglich im Auge hat, mehr Strassen, mehr ÖPNV, weniger Parkplätze an den Strassen und Optimierung von Verkehrsführungen usw, geht allerdings an der Ursache weit vorbei. Die Probleme beruhen wesentlich auf der fahrerischen Unfähig- bzw Unwilligkeit breiter Teile der Verkehrsteilnehmer*Innen.

Ganz selbstverständlich werden ständig nicht nur Kreuzungsbereiche, sondern sogar Fußgängerfurten zugestellt, weil sich die Fahrzeugführer*Innen davon für sich einen Vorteil versprechen.

So ist ein leider erheblicher Teil der Autofahrer*Innen auch Jahrzehnte nach dem Bau des ersten Verkehrskreisels in Bad Kreuznach immer noch nicht in der Lage, diese korrekt zu befahren. Tagtäglich sind verzweifelt-ängstliche Fahrzeugführer*Innen zu sehen, die an Kreiseleinfahrten so lange ausharren, bis rundherum keine(r) mehr fährt. Oder ein Hupkonzert sie zum Weiterfahren zwingt. Von den Linksblinkern im Kreisel ganz zu schweigen.

Der Kreisel Bosenheimer Strasse / B 428 ist so großzügig ausgebaut, dass locker zwei superbreite Leopard-II-Panzer nebeneinander durchfahren könnten. Weil der Mann am Steuer des orangefarbenen Autos aber das Rechtsfahrgebot nicht beachtet, muss der Lkw anhalten. Der Verkehr steht dadurch im Kreisel und staut sich in die Bosenheimer Strasse und den Schwabenheimer Weg zurück. Ein einziger Egomane klaut so dutzenden von Verkehrsteilnehmer*Innen viele Minuten Lebenszeit. Straffrei.

Bei welcher Lotterie ein namhafter Teil jener, die sich ganz selbstverständlich an Lenkräder von Fahrzeugen setzen, den Führerschein gewonnen hat, ist leider unklar. Unübersehbar sind allerdings die Folgen der Tatsache, dass in diesem Land jeder Depp ein Führerschein bekommen kann. Die zweite relevante Ursache der Bad Kreuznacher Verkehrsprobleme liegt in der primitiv-egoistischen Selbstfixierung vieler Fahrzeugführer*Innen. Die allein ihre persönlichen Interessen verfolgen.

Gehwege und selbst die Bundesstrasse 48 (Salinenstrasse) werden tagtäglich zugeparkt, weil das vor und nach dem Imbissbesuch den Fußweg verkürzt. Beim BMW lief minutenlang (ohne Fahrer am Steuer) der Verbrenner. Allein dieser nicht sanktionierte Falschparkfall hat in der Ökobilanz das Stadtklima am gestrigen Donnerstagnachmittag (11.6.2026) mehr belastet, als alle Kübelbäume im Stadtgebiet zusammen als Positiveffekt bewirkt haben.

Und für diese jede beliebige Verkehrsregel jederzeit zu brechen bereit sind. Geh- und Radwegeparken, Einbahnstrassen- und Durchfahrtsverbotsleugung, das Zustellen von Kreuzungsbereichen, Rotlichtverstöße, rechtswidriges Linksabbiegen, und unzählige weitere Verstöße zum Nachteil anderer Verkehrsteilnehmer*Innen sind überall im Stadtgebiet – vor allem in der Innenstadt – Alltag. Wers nicht glaubt muss einfach mal vorn in einem der KRN-Busse Platz nehmen.

Und miterleben, was den Busfahrer*Innen in dieser Stadt zugemutet wird. Die retten übers Jahr gesehen wesentlich mehr Menschen das Leben, als unsere engagierten Feuerwehrleute. Weil sie für dumme, rücksichtslose und / oder abgelenkte Fahrzeugführer*Innen mitdenken. Beispiel Bosenheimer Strasse vom Dienstagnachmittag dieser Woche (9.6.2026): der Bus Linie 223 fährt auf der Bosenheimer Strasse stadteinwärts. Wer nicht gerade vollkommen blind ist, kann den schon aufgrund seiner Größe nicht übersehen.

Das hindert eine Fahrzeugführerin mit Kfz-Zulassung im Kreisgebiet nicht daran vom ALDI-Parkplatz vis-a-vis Globus-Baumarkt – NACH LINKS SCHAUEND – auf die Bosenheimer Strasse aufzufahren. Nur die Weltklassereaktion des Busfahrers samt Notbremsung rettet der Frau ihre Gesundheit. Und die Unversehrtheit des roten Kleinwagens. Zentimeter vor einem Aufprall kommt der Bus zum Stehen. Die Probleme für die Busfahrgäste sind dieser Frau vollkommene egal. Hauptsache sie kommt 15 Sekunden früher nach hause.