Seit einigen Wochen stehen auf dem Kornmarkt vier Baumkübel. Deren Aufstellung war bereits am 12.1.2026 im Finanzausschuss (und nicht etwa in dem für Stadtplanung, Bauwesen, Umwelt und Verkehr, PLUV) erstangekündigt worden. Weil es sich um ein vom Bauhof der Stadt erdachte und umgesetzte Initiative handelt. Umstritten waren diese Kübel von Anfang an. Weil sie von einigen Marktbeschickern als Behinderung für die zwei Wochenmärkte dienstags und freitags bewertet werden.

Andere Kritiker, wie auch die tourismusbeitrag-so-nicht.de-Redaktion, finden die bunt bepflanzten Kübel zwar gut. Halten aber die lauthals rausgepostete behauptete Verschattungs- und Klimaschutzwirkung für sehr deutlich übertrieben. In eine ähnliche Richtung argumentierte Jürgen Locher am Dienstag dieser Woche (9.6.2026) im PLUV. In einer Pressemitteilung legte der kommunalpolitische Einzelkämpfer im Bad Kreuznacher Stadtrat (Die Linke) inhaltlich nach. Und stellte bezogen auf die Baumkübel fest: „deren Wirkung auf die Temperatur des Platzes dürfte gegen Null gehen“.
Im Gegenteil. Im PLUV wies Locher zutreffend darauf hin, dass die in schwarz gehalten Kübel sogar eher einen gegenteiligen Effekt auslösen. Natürlich gehört Jürgen Locher nicht zu den Gegnern von Klimaschutzmaßnahmen. Zusammen mit Stefan Butz (t, Progressives Bad Kreuznach) hatte er im September 2019 einen grundlegenden Klimaschutzantrag im Stadtrat eingebracht und durchgesetzt. Seine Kritik an den Baumkübeln endet nicht an deren beschränkter Klimawirkung. Vielmehr zerstören diese nach seiner Ansicht den Charakter des Platzes.

Und „wären daher an vielen anderen Stellen in der Stadt besser aufgehoben“. Die wesentliche Forderung Lochers in diesem Zusammenhang ist: „bei der Begrünung dürfen Stadt- und Verkehrsplanung nicht vergessen werden“. Denn Straßenraum sei nicht vermehrbar. Bei allen Maßnahmen dürften aus diesem Grund Stadt- und Verkehrsplanung nicht vernachlässigt werden. Es stelle sich die Frage, welche Flächen und Fahrspuren künftig für den Fuß-, Pkw- oder Radverkehr genutzt werden sollen.

Sinnvoll erscheint Jürgen Locher insbesondere eine Verkürzung von Abbiegespuren. Neben der bereits in Umsetzung befindlichen Maßnahme in der Hochstraße komme dafür auch die Abbiegespur von der Wilhelmstraße in Richtung Bahnhof infrage. Auch das Parken am Straßenrand kann aus Lochers Sicht reduziert werden. Es stünden ausreichend Stellplätze in Parkhäusern und auf Parkplätzen zur Verfügung. Die dadurch freiwerdenden Flächen könnten bei einer Umplanung neu genutzt werden.
Um mögliche Fehler oder Probleme mit geringem Aufwand korrigieren zu können, sollte eine neue Verkehrsführung in strittigen Fällen zunächst provisorisch eingerichtet werden. In der Viktoriastraße habe die Stadt damit gute Erfahrungen gemacht. Bedauerlich findet Locher, dass Beschattung und Wetterschutz an den Bushaltestellen im Stadtgebiet bislang stark vernachlässigt worden seien. Hier sieht er dringenden Handlungsbedarf.
