Neuer Löwensteg wird wohl erst im Frühjahr 2027 errichtet

Der neue Löwensteg hat in den vergangenen Tagen die größte Hürde genommen. Nach monatelangen Verhandlungen hat die Deutsche Bahn AG dem Neubau eines Provisoriums zugestimmt. Wie vom Stadtrat bereits beschlossen, muss sich die Stadt in einem Vertrag verpflichten, den neuen Löwensteg entweder zu erhöhen oder wieder herauszuheben, wenn es zur Elektrifizierung der Nahestrecke kommt. Eine rein theoretische Verpflichtung für diese und möglicherweise sogar die kommende Generation. Denn die Elektrifizierung ist seit mehreren Jahrzehnten geplant. Wie Stuttgart 21. Von dem wir seit gestern wissen, dass der dortige Bahnhofsumbau in Stuttgart 31 plus umbenannt wird.

Hier wird im Frühjahr 2027 der neue Löwensteg am alten Standort eingesetzt.

Weil sich wieder vollkommen „überraschende“ Verzögerungen ergeben haben. Wie die tourismusbeitrag-so-nicht.de-Redaktion bereits vor einem Jahr berichtet hat, wird der Löwensteg-Ersatzbau in keinem Fall noch in diesem Jahr errichtet werden, wie dies als Wunsch von Oberbürgermeister Emanuel Letz mehrfach vorgetragen wurde, um Versäumnisse der Stadtverwaltung und des Stadtrates in der Vergangenheit zu vertuschen. Und um die vom Wegfall Betroffenen zu beruhigen. Der Leiter des städtischen Tiefbauamtes, Hans Sifft, stellte am gestrigen Dienstagabend (9.6.2026) im Ausschuss für Stadtplanung, Bauwesen, Umwelt und Verkehr (PLUV) den aus heutiger Sicht absehbaren Zeitplan vor.

Demnach wird voraussichtlich in der PLUV-Sitzung am 11.8.2026 eine genaue Brücken-Planung (bisher gibt es nur einen Vorentwurf) samt detaillierter Kostenschätzung vom beauftragten Ingenieurbüro vorgestellt. Die Ausschreibung für das Bauwerk könne dann im September 2026 erfolgen, die Auftragserteilung „hoffentlich“ im November 2026. Die damit beauftragte Metallbaufirma müsse die Brücke dann konstruieren. Und erst wenn diese einbaufertig ist, kann der Termin für das Einsetzen mit der Bahn AG abgestimmt werden. Die nimmt sich dafür mal wenige Wochen mal Monate Zeit. So kommt Hans Sifft „bei vorsichtiger Einschätzung“ zu einem Brücken-Eröffnungstermin „im späten Frühjahr / Sommer 2027“.

Theoretisch könne es, so Sifft, auch schneller gehen. Dann könne der neue Löwensteg vielleicht schon im Februar 2027 genutzt werden. Mindestens ein Jahr Nichtnutzungszeit geht allein auf die Kappe von Stadtverwaltung und Stadtrat. Denn der Abbruchtermin für den alten Löwensteg stand viele Monate vorher fest. Und auch die Bedingungen für einen Neubau. Aber erst Monate nach dem Ausheben wurden jene Beschlüsse auf den Weg gebracht, die den Ersatzbau möglich machen. Viel zu viel Zeit wurde in stundenlangen Diskussionen mit Wiederholungsschleifen mit theoretischen Gedankenspielen über eine perfekte Barrierefreiheit verplappert.

Obwohl spätestens seit dem Oktober 2018 klar war, dass an dieser Stelle Barrierefreiheit nur mit zum einen unbezahlbaren zum anderen aufgrund der örtlichen Verhältnisse unzumutbaren und baulich nicht realisierbar langen Rampen geschaffen werden könnte. Auch die Tatsache, dass der Neubau trotz seiner Kosten von rund 300.000 Euro lediglich ein Provisorium sein kann, weil die von der Bahn für eine Elektrifizierung der Nahestrecke geforderte Höhe (plus 1,20 Meter) baulich nicht umzusetzen ist, wurde von der Stadtratsmehrheit lange nicht verstanden. Ebenfalls sehr lange dauerte der Erkenntnisprozess, dass der Löwensteg vollkommen unabhängig vom Ochsenbrücken-Neubau zu behandeln ist.