Kreis schaltet Deutschlandticket für den Schülerverkehr im Juli ersatzlos ab

Vom 1.7. bis zum 31.7.2026 wird das Deutschlandticket für alle Schüler, die es als Fahrschein nutzen, temporär deaktiviert. Darüber hatte die Abteilung für Schülerbeförderung des Landkreises bereits im April in einem Schreiben an die Eltern informiert. Die Kreisverwaltung hat jetzt in Absprache mit den Verkehrsbetrieben eine Lösung gefunden, nach der das Ticket nach der automatischen Deaktivierung im Juli im August 2026 auch wieder automatisch reaktiviert wird. Das bedeutet: anders als im April mitgeteilt, entfällt die zunächst vorgesehene aktive Reaktivierung in einem Linienbus vor Schulbeginn durch die Schüler. Wichtig zu beachten ist:

Vielen Schüler*Innen im Kreis ist das Lachen vergangen: sie können das Deutschlandticket im Ferienmonat Juli nicht nutzen.

Das deaktivierte Ticket darf im Juli 2026 nicht verwendet werden. Ein deaktiviertes Ticket ist bei Fahrkartenkontrollen ungültig und kann zu Bußgeldern führen, die von den Erziehungsberechtigten zu tragen sind. Der Landkreis übernimmt in diesen Fällen keine Haftung. Zum Hintergrund: die Aussetzung des Deutschlandtickets im das Ergebnis einer sorgfältigen Abwägung der Rechtslage. Der Landkreis hat nach § 69 des Schulgesetzes für die Beförderung zur Schule zu sorgen. Nur dafür darf er Fahrkarten ausstellen. Das bedeutet, es gibt in einem reinen Ferienmonat keine Rechtsgrundlage, um für rund 556.000 Euro – also mehr als eine halbe Million Euro – Deutschlandtickets über den Haushalt des Landkreises zu bezahlen.

Genauso wenig hat der Landkreis eine Rechtsgrundlage, um einem Schüler, der am Schulstandort wohnt, ein Deutschlandticket zur Verfügung zu stellen. Auch von Eltern dieser Kinder kommt regelmäßig der nachvollziehbare Vorwurf der Benachteiligung ihrer Kinder. Denn zum Beispiel bei Klassenfahrten müssen Schüler ohne Deutschlandticket die Fahrtkosten selbst tragen, während diese Fahrtkosten für Schüler, die außerhalb des Schulortes wohnen über das Deutschlandticket (Fahrkarte zur Schule) ausgeglichen werden.

Auch können Schüler mit Wohnsitz am Standort der Schule keine Freizeitaktivitäten außerhalb des Schulstandortes kostenlos über den ÖPNV wahrnehmen. Der Wunsch nach durchgängiger Bezahlung des Deutschlandtickets für alle ist nachvollziehbar. Dem Landkreis sind hier jedoch die Hände gebunden. Auch die Nachbarlandkreise Mainz-Bingen, Birkenfeld und Alzey-Worms werden das Deutschlandticket für Schüler im Ferienmonat aussetzen. Aktuell nutzen 9.375 Schüler im Kreis Bad Kreuznach das Deutschlandticket für den Schulweg.

Quelle: Kreisverwaltung Bad Kreuznach, Bild: RNN