Erfolg für die Anwohner und die Liste faires Bad Kreuznach: ab heute ist das Jahresparkticket für 180 Euro in einem Teilbereich des Kurgebietes zu erwerben. Wie Peter Engel, der Pressesprecher der Liste faires Bad Kreuznach, am vergangenen Samstag (30.5.2026) mitgeteilt hat, endet damit für die Anwohner der betroffenen Strassen „eine sechsmonatige Leidenszeit“. Nachdem die Stadtratsmehrheit am 27.5.2025 exorbitante Parkgebühren für das Viertel beschlossen und die am 11.12.2025 in einer weiteren Stadtratssitzung bekräftigt hatte, war der Unmut im Viertel verständlich groß.

Statt Ausschilderung eines Bewohnerparkens, wie es in anderen Bereichen des Kurgebietes seit vielen Jahren gilt, wurden schlicht Parkautomaten aufgestellt. Die Anwohner*Innen sollten für das Parken vor der eigenen Haustür ab 1.1.2026 voll zur Kasse gebeten werden. Und reagierten auf diese Provokation durch die eigene Stadtverwaltung auf ihre Weise: auf den betroffenen Strassen wurde nicht mehr geparkt, auch wenn das teils erhebliche Anstrengungen und Einschränkungen zur Folge hatte. Die Liste faires Bad Kreuznach hatte als konstruktive kommunalpolitische Alternative frühzeitig ein Jahresticket zum Bewohnerparken-Preis beantragt.
Nach einigem hin und her schlossen sich Stadtverwaltung und Stadtratsmehrheit diesem Vorschlag an. Bis zum 31.12.2028 läuft jetzt das entsprechende Pilotprojekt. Die Faire Liste informiert über die Fakten zum neuen Jahresticket: dessen Kosten betragen 180 Euro pro Jahr zuzüglich rund 9 Euro Servicegebühr. Da es sich nicht um eine Art Bewohnerparken handelt, kann jeder dieses Ticket erwerben und damit ein Jahr lang in diesem Viertel parken. Ein echter Bewohnerparkausweis bleibt das langfristige Ziel der Fairen Liste. Die Stadtverwaltrung will dies aber nicht. OB Letz erklärte in mehreren Sitzungen ein ganz anders Ziel.
Nämlich die Ausweitung des Bezahlens für das Parken auf der Strasse im gesamten Stadtgebiet und den Ortsbezirken. Mit dem von ihr durchgesetzten Lösungsvorschlag ist die Faire Liste zufrieden und lobt die Veränderung als „ein Paradebeispiel für gelebte Demokratie“: die Anwohner*Innen hätten sich zusammengeschlossen und erfolgreich gegen die Kostenexplosion gewehrt. Geärgert hat die Faire Liste, dass diese Lösung erst mit Verzögerung umgesetzt wurde: „hier wurde offenbar nach dem „Prinzip Hoffnung“ agiert – in der Erwartung, die Bürger würden die bittere Pille schon schlucken. Die Wehrhaftigkeit der Bad Kreuznacher wurde hier schlicht unterschätzt“.
